Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Maurice Heyman's "Symphonies d'expressions"
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 37 - 38 (sequence 2)
- Language
- German
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37 M. S. . . n: Maurice Heymaus „Sj'mphonie d'expressions", 38 die Bildnisse in acht Gruppen zu je drei nebeneinandergereiht. Jede Gruppe bildet den Dreiklang eines Gefühls, welches sich von der tiefsten zur höchsten Stufe entwickelt. Die erste Gruppe kennzeichnet den Schmerz, von der leisen Wehmut bis zur höchsten Verzweiflung. In der zweiten Gruppe erblicken wir drei Grade der Heiterkeit, die sich von einem feinen, die Gesichtszüge verschönernden Lächeln bändigen M. HEY MAN. Schmerz (I). M. HEY M \X. Schmerz (II). M. Heyman. Teilnamlosigkeit. Gruppe entgegen. Wie der Ekel das Spiel der Gesichtsmuskeln umgestaltet, sehen wir in der sechsten Gruppe, während die siebente die Verachtung und die letzte den Zorn in seiner langsamen Steigerung darstellen. Nummer 1 zeigt das unbewegte Antlitz des Modells, welches, wie gesagt, das des Künstlers selber ist. Er hat uns gezeigt,wie die acht Grundgefühle des Menschen sich in dessen Antlitz spiegeln. bis zum unschallenden Gelächter steigert. Den Schrecken führt uns die dritte Gruppe vor; die Furcht wächst hier zum Entsetzen und zur Todesangst an. Die drei übereinandergeordneten Nuancen derFreu de zeigt unsdievierteGruppe: vergnügt, fröhlich, entzückt. Die Verwunderung tritt uns in der fünften Die erste Stufe verleiht dem Antlitz stets etwas Bewegtes und Belebendes, welches sich jedoch allmählich zur Karikatur verzerrt. In unserer Zeit gesteigerter Interessen für psychologische Studien mögen diese Arbeiten eines subtilen Beobachters, der leider der Kunst durch den Tod entrissen wurde, der Vergessenheit entrissen werden. AUS DER JÜDISCHEN SAG EN - UND MÄRCHENWELT. Von Bar-Ami. M. HEYMAN. Schmerz (HI). Der Zaddik ging an einem Abend, seiner Gewohnheit folgend, einsam ausserhalb der Stadt spazieren. Da drangen plötzlich Töne einer Fiedel an sein Ohr, und störten ihn aus seinem Sinnen auf. Er folgte der Melodie und gewahrte, dass sie aus einem abseits stehenden Häuschen drang. Lange blieb er am Fenster stehen und konnte sich nicht losreissen, so schön und süss klang es. Erst als es schon dunkel ward, merkte er, dass er über dem schönen Spiel bei- I. Der Rabbi und der Geiger. Meseritscher nahe das Mincbagebet versäumt hätte. Er sagte sich, dass dies keine reine Kraft sein könne, von der solch ein Zauber ausgehe. Aber als er ein zweites und ein drittes Mal denselben Weg vorbeikam, hörte er wieder ein solches Spiel, und jedesmal konnte er der Lockung nicht widerstehen und stand da und lauschte, bis es zu Ende war. Da sagte er zu sich, ich muss mal der Sache auf den Grund kommen und erfahren, wer das sein mag, der so schön spielt. Er kam in das Häuschen und M. HEYMAN. Lachen ([). M. HEYMAN Lachen (II). M. HEYMAN. Lachen (III).