Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 5 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Zur jüdischen Volkskunde
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 5 - 6 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur jüdischen Volkskunde. 6 LESSER URY. Adam und Eva und der Erstgeborene. (Besitzer: Dr. A. Idell.) OELGEM. Volkslieder und Melodien jeglicher Art. Sprichwörter. Redensarten, Anekdoten, Kinderreime, Kinderspiele. Es folgt nun das dritte Gebiet der Volkskunde, nämlich das des Volksglaubens, also: Dämonenglaube, Vorstellungen über das Schicksal der Seelen im Jenseits, über ihre zeitweise Wiederkehr undHerumirren auf dieser Welt. Hierher gehört auch die Volksmedizin; sympathetische Mittel (Segullöth), Wunderkuren, Hausmittel, Amulette, Zaubermittel u. dgl. Hiermit haben wir im allgemeinen die Gebiete umschrieben, die zu durchforschen sind. Bei einer regen Beteiligung der Leser werden wir spezialisierte Fragebogen veröffentlichen. Das auf diese Weise gesammelte Material bitten wir auf die unten angegebene Adresse unserer Redaktion einzusenden. Wir wenden uns besonders an die gebildete jüdische Jugend beiderlei Geschlechtes, die noch den Zusammenhang mit dem Volke nicht verloren hat, namentlich aber in jenen Ländern, wo die Juden am dichtesten wohnen und das jüdische Volkstum sich noch unberührt in aller Urwüchsigkeit und Frische erhalten hat, mit der herzlichen Bitte, sich an unserer Sammelarbeit aufs lebhafteste zu beteiligen. Natürlich wäre es uns am meisten erwünscht, wenn alle Einsendungen, besonders diejenigen, die die Volkspoesie betreffen, in der jüdischen Sprache und mit hebräischen Lettern geschrieben, erfolgen würden. (Bei der Transskription in ein anderes Alphabet, geschweige bei einer Uebersetzung geht unvermeidlich viel von der Originalität verloren.) Doch sind uns Beschreibungen, namentlich von Sitten und Bräuchen, wie auch Beiträge zum Volksglauben in jeder Sprache Willkomm en. Die Namen der Einsender werden wir mit grösster Genauigkeit in unserer Zeitschrift veröffentlichen. Wir bitten daher um genaue Unterschrift, wie auch um präzise Angabe der Oertlichkeit, aus der die Beobachtungen und Aufzeichnungen stammen. Wir hoffen, dass unser Appell nicht ungehört verhallen wird. Berlin NW. 23, Altonaerstr. 36. Redaktion von „Ost und West"-.