Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. Seite 853 - 854

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Die mosaische Gesetzgebung im Lichte des Codex Hammurabi
Date
1904-12-01
Page
Seite 853 - 854 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2583875-2583918-2583930-2591144--04678-2591201
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

$53 Dr. M. Schorr: Die mosaische Gesetzgebung im Lichte des Codex Hainmurabi. ST»+ ■ m 1. Schloime 2. Reb Leiser 3. Ein Bauer 4. Isserson 5. Nachman 6. Boruch 7. Feresin 8. Lia (S. Kramskoi) (N. Orloff) (F. Swjetloff) (A. Karatajeff) (P. Orleneff) (D. IMichailoff) (J. Wronski) (A. Nasimowa) I. Akt. X ach man: ,.Es wird der Tag kommen, wo zehn Männer aus allen Zungen der Völker den Rockzipfel eines Juden anfassen und sprechen werden: Führe uns nach Jerusalem." (Zacharia VIII, 22, 23.) (Spezialautnahme für „Ost und West" von Zander & Labisch, Berlin.) umrahmenden historischen Nachrichten (Offenbarung am Sinai) erscheinen lassen, anzusetzen sich bemüssigt sah — dass Müller in diesen beiden kardinalen Fragen der Quellenkritik die ganze Schwäche und Unnahbarkeit der kritisch-negativen Resultate nachgewiesen hat, wie ihn ja seinerzeit auch der von ihm entdeckte Strophenbau in den prophetischen und poetischen Teilen der Bibel auf die Authentizität und Richtigkeit des massoretischen (überlieferten) Textes an vielen Stellen gegenüber der oft wilden Verbesserungssucht der Bibelkritiker hingeleitet hat — ein Standpunkt, zu dem sich auch Delitzsch trotz seines sonstigen Radikalismus in neuerer Zeit bekennt. Und so hat Müller durch seinWerkunbewusst ein wertvolles Stück Apologetik geleistet. Denn die beste Verteidigung derBibel wird diejenige sein, die sich aus der v o r a u s s e t z u n g s 1 o s e*n Forschung unbeabsichtigt, von selbst ergibt. Von diesem Gesichtswinkel aus wollten wir über sein Werk berichten. Auch jede künftige Apologetik wird von dogmatischen oder rationalistischen Argumenten absehen müssen. Soll sie den wissenschaftlichen Anforderungen Genüge leisten, so muss sie nur auf eine geschichtsvergleichende Basis sich aufbauen. Sie wird dann nachzuweisen haben, wie trotz der unzweifelhaften Beeinflussung des alten Israel durch die viel entwickeltere und mächtigere babylonische Kultur die Eigenart des Judentums und seine schöpferisch-umbildende Originalität nicht angetastet wird, jene Eigenart, die man am besten als die sozial-ethische Tendenz kennzeichnen dürfte. Es hat uns Müller belehrt, dass der emphatische Ausruf Mosis von dem bewundernden Staunen der Völker über die Gerechtigkeit der Thor ah kein Ausdruck der Ueberhebung war, keine überschwengliche Selbsthuldigung, sondern die Aeusserung eines berechtigten Selbstgefühls des genialsten Gesetzgebers der Erde. GASTSPIEL DER PETERSBUROER SCHAUSPIELGESELLSCHAFT. Von Professor Ein eigenartiges Bild bot sich den Besuchern des Theater des Westens in Charlottenburg am Montag? den .">. und Mittwoch, den 7. Dezember 1904 dar, eigenartig sowohl im Hinblick auf die Bühnendarstellung, eigenartig in Hinsicht auf die Zusammensetzung des Zuschauermaierials. In letztet em Betracht war wohl so ziemlich alles erschienen, was Russland an Jüngern der Kunst und Wissenschaft nach der Reichshauptstadt gesandt hatte, während das deutsche Element nahezu in den Hintergrund gerückt war. Dr. D. Joseph. Nachdruck verboten. Auf der Bühne wurde Eugen Tschirikofts clreiaktiges Schauspiel „Die Juden" von einem Ensemble, das sich mit dem volltönenden Namen „Petersburger Schauspiel gesellschaft* benennt, vorgetragen. Ich benutze absichtlich den Ausdruck „vorgetragen", da es sich m. E. hier nicht um ein Schauspiel gewöhnlichen Schlages handelt, sondern um Dialoge, welche Szenen aus dem Leben der Juden in Russland erläutern sollen. Der Dichter will uns jene grauenvollen Vorgänge, wie sie sich in Kischinew und anderwärts im russischen Reich ereignet haben, menschlich näher führen. Er

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.