Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 4 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Glück und Schicksal, Leben und Tod in jüdischen Sprichworten
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 391 - 392 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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391 Binjamin Segel: Glück und Schicksal, Leben und Tod in jüdischen Sprichworten. 39 li- Nichts ist so schlimm, dass nicht was Gutes Glücklich verlebte Zeiten melden sich im daraus erwachsen könnte. späten Alter. * * Sinn: Die Erinnerung an glückliche Zeiten * verklärt noch das späte Alter. * * Grosses Glück altert selten. * * * * Krankheit und Unglück kommen zentner- Je dümmer das Stück, je grösser sein Glück. weise und gehen totweise. Stück: verächtlich von einem dummen Menschen. * * * Unglücklich fühlt sich der Mensch nur so- * lange, bis die Leiden den richtigen Platz ge: Jage nach dem Glück, und du brichst das funden haben. Genick. Bis er sich an sie gewöhnt hat. * * * * * * Glücklich allein, wer in Ehren ins Grab steigt. Jeder Mensch lebt nur beim Nächsten zu- * * * * frieden. * Das Gute sowie das Schlimme währt nicht ewig. Wenn Gott alle Bürden, die die Menschen zu schleppen haben, nebeneinander an die Wand aufhängen wollte, jeder Mensch würde hastig nach seiner eigenen greifen. * * * Hölle, sowie Himmel kann man schon auf dieser Welt haben. * * * Wer sich an dem Glück des Nächsten er- * * Der Goj hat's Glück. * * * Geht's dem Menschen gut, vergisst er Gott. * * * Beim Nächsten ist (finden wir) alles besser als bei uns. * * * Der Glückspilz wird mit einem goldenen Löffelchen im Munde geboren. * * * freut, erlebt sein eigenes. Wem das Gmck tut spielenj der triffl auch ohne zu zielen. * * * * * Es lacht sich von selber, es weint sich von > * selber. Verstand ohne Glück, ist wie ein unge- * * * schliffener Edelstein. * * Parnassah (gibt Gott) laut Verdienst des * Mannes,NachkommeaschaftlautVerdienst der Frau. Was nützt Glück ohne (Gottes) Segen? * * * * * * Wem das Glück lächelt, der wohnt fern von Leben kann nur Gott geben, den Tod nimmt der Brandstätte und nahe beim Hochzeitsfest. man sich (oft) selber. »je »fi Jf* * * I Wen ein Unglück treffen soll, den triffts auch Wäre nicht der Tod, das Leben hätte nicht auf geradem Wege. den geringsten Wert. * * # *