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Ost und West · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 311 - 312

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Käthe Münzer
Date
1904-05-01
Page
Seite 311 - 312 (sequence 4)
Language
German
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311 Lothar Brieger-Wasservogel: Käthe Münzer. 312 sehen willen durchaus nicht scheut, auch einmal in einen Raum Licht hineinzubringen, das ihn in Wirklichkeit nie erfüllen kann. Und an diese Vermählung von Form und Farbe, die selbst schon zu so grossem Teile Erfüllung ist, dürfen sich noch manche Erwartungen des Kommenden knüpfen. Als sie nach den Jahren der Vorbereitung in das Atelier Skarbinas kam, war sie mit ihren Prinzipien bereits im Reinen, Franz Skarbina hat ihre zeichnerische Begabung richtig erkannt und sie liebevoll ausgebildet, er hat auch ihr Verständnis für die Natur vertieft. Den endgültigen Abschluss erhielt ihre Ausbildung in Paris bei Ernest Laurent. Seit fünf Jahren stellt Käthe Münzer regelmässig aus. Der Erfolg hat sie von Anfang an treu begleitet. Das beste Zeichen einer durchaus produktiven Begabung, ihre Vielseitigkeit, mag dazu nicht wenig beitragen. Sie ist eine geschälzte Karikaturenzeichnerin und als solche ein ständiger Gast unserer Witzblätter. Sie hat einige treffende Plakate gezeichnet. Sie hat Landschaften gemalt. Und es war ihr vergönnt, bedeutende Persönlichkeiten, wie Langerhans und Hirsch, im Porträt festzuhalten. Freuen wir uns unserer jungen Talente! Auf dass unseres Rassenbewusstseins Emporblühen auch ein lachender Frühling sei jungjüdischer Kunst! KÄTHE MÜNZER. KARIKATUR. ordentliche Entwicklung mit sich gebracht. Wer dieser an der Hand der einzelnen Gemälde zu folgen vermochte, konnte da leicht beobachten, wie dieses durchaus subjektive Temperament in sich einen leidenschaftlichen Kampf führte um die Harmonie von Farbe und Form. Die Form ward nicht mehr so prononziert, dass sie alles Andere rücksichtslos unterdrückte, sondern sie trat als etwas Selbstverständliches bescheiden in den Hintergrund. Und je grösser die Herrschaft der Künstlerin über die malerische Technik wurde, desto selbstverständlicher wurde auch die Form. Die wichtigsten Etappen dieser bisherigen Entwicklung dünken mich die Hollandreisen der letzten beiden Jahre. Eine sehr energische Arbeit ist da geleistet worden, die vieles Versäumte nachholte und zugleich neue Perspektiven eröffnete. Diese Bilder sind von einer Maestria des Tones, die man sonst durchaus nicht an ihr kannte. Sehr feine Interieurs, idyllische Szenen aus dem Leben der holländischen Landbevölkerung. Bescheiden im Gegenstand, literarisch genommen, anspruchsvoll hingegen, rein künstlerisch genommen, denn die hier gestellten malerischen Probleme gehören mit zu dem Schwierigsten, dem sich eine ringende Begabung überhaupt unterziehen kann. Es handelt sich nicht um eine Schülerin der Impressionisten, die Licht- und Lufteffekte bewirken will, sondern um ein selbständige Wege gehendes Talent, das sich um des rein Maleri- KÄTHE MÜNZER. BEGRÜSSUNG.

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