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Ost und West · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 189 - 190

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Die physikalischen Prozesse in der Bildrede des Alten Testaments
Date
1904-03-01
Page
Seite 189 - 190 (sequence 6)
Language
German
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189 Prof. Dr. theol. et phil. Aug. Wünsche: Die physikalischen Prozesse in der Bildiede des Alten Testaments. 190 schuldungen Israels, die ihre Vernichtung herbeiführten.. Und wurden wir doch gleich den Unreinen Allesamt, und wie ein vom Blutfluss besudelt Gewand, alle unsere gerechten Handlungen, Und wir welkten ab gleich dem Laube allesamt, Und unsere Verschuldungen rafften uns dahin Gleich dem Winde. (Jes. 64, 5.) Vielfach wird der Wind als Bild des Gehaltlosen, Zwecklosen» Vergeblichen und Nichtigen verwendet. So antwortet Bildad in seiner ersten Rede dem Hiob: Wie lange willst du solches reden? Ein heftiger Wind sind die Reden deines Mundes. (Hi. 8, 2.) Aehnlich äussert sich Eliphas in seiner zweiten Rede. Den Weisen antwortet er wohl auf windiges Wissen Und füllet an mit Ostwind seineu Leib? Straft er mit Rede, die nichts taugt Und mit Worten, durch die er nichts fördert? (Das. 15, 2, 3.) Demgemäss antwortet ihm Hiob: Sind zu Ende die windigen Reden? Oder was reizt dich, dass du antwortest? (Das. 16, 3.) Als Bild des Eitlen, Leeren, Nichtigen und Gehaltlosen gebraucht Hosea Wind und Ostwind. Ephraim weidet Wind und jagt nach dem Ostwind. (Hos. 12, 2.) Im zweiten Jesaia erscheinen die nichtigen und gehaltlosen Götter als Wind. Siehe, sie alle sind Unheil, Nichtigkeit sind ihre Machwerke, Wind und Leere ihre Gussbilder. (Jes. 41, 29.) Ein Prahler, der sich mit Geschenken spreizt und sie nicht gibt, gleicht dem Winde, der Regen verheisst und ihn nicht bringt. . . . Wind und doch kein Regen, So ein Mann, der sich brüstet mit Lügengeschenken. (Spr. 25, 14.) Wind säen und Sturm ernten versinnbildlichen endlich das Verhältnis von Ursache und Wirkung zueinander. Wahrlich, Wind säen sie, und Sturm werden sie ernten. (Hos. 8, 7.) Der Prophet will sagen, dass die auf Nichtiges gerichteten Bestrebungen der Bewohner Samariens ihre eigene Vernichtung herbeiführen werden. Um die Versprengung der Elamiter nach allen vier Himmelsgegenden zu verdeutlichen, droht Jahve in einem Ausspruche Jeremias, dass er alle vier Winde über sie hereinbrechen lassen werde. Und ich lasse hereinbrechen über Elani vier Winde von den vier Enden des Himmels und zerstreue sie nach allen diesen vier Winden, und es gibt kein Volk, wohin die Versprengten Elams nicht kommen. (Jer. 49, 36.) Der Leser wird die Ueberzeugung gewonnen haben, dass der kosmologische Bilderschmuck im Dienste des alttestamentlichen Gottesreiches steht und die verschiedensten religiös-sittlichen Ideen verdeutlicht, damit sie der Mensch geistig erfassen und sich zu Herzen führen soll. Die Intuition der Dichter und Propheten hat ihn in heiliger Begeisterung geschaffen, und die durch ihn versinnbildlichten Gedanken verleihen ihm seinen Wert und seine Bedeutung. JMeüie I>äume* i- Meine 6KecUr sind jung und voll Uebermut, Meine T>äume aber Mädcbenträume, Qnd von ihren Randen gebt der Duft meiner Beimat. Und schmucken mein fiaar Mit weinroten Kränzen, Dass meine Stirne leuchtet Und meine Hugen glänzen, Und küseen mit schmalem Munde HUe Sehnsucht und Klage Und wachen über meinen Nächten Und lachen in meine Cage. Und wissen ein Lied Von so heimlichem Sinn, Dass alle Gärten blühen Und ich ein Konig bin. Und kleiden mit Seide Die Pracht ihrer Lenden. Und der Duft meiner Beimat geht Von ihren Bänden. II. einmal aber schluchzt euer Lied Huf meiner 'Cräume Geigen, Und alles Klingen verblutet In weinendes Schweigen* Und mein Lachen wird hart CHie das Gellen von Scherben, Dass in meinen T>äumen die Blumen Siethen und sterben. Die «lelt ist leer, Und die Blätter fallen. — B. Samuel.

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