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Ost und West · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 129 - 130

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Journal
Ost und West
Volume
4 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Gott, Welt und Mensch im jüdischen Sprichwort
Date
1904-02-01
Page
Seite 129 - 130 (sequence 2)
Language
German
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129 Binjamin Segel: Gott, "Welt und Mensch im jüdischen Sprichwort. 130' Dem lieben Herrgott darf man schon Kredit gewähren. Meint nicht, dass Gott schlaft! Der Böse wird bestraft. Der Gute wird belohnt, Keiner bleibt verschont. Erste Strophe eines bekannten Volksliedes. Sprichwörtlich wird meist nur der erste Vers gebraucht. * Gott ist ein ehrlicher Bezahler, aber ein Zö oerer. * * * Gott wartet lange, bezahlt aber mit Zinsen. * * * Gott züchtigt nicht mit zwei Ruten. Gott schlägt mit der einen Hand und heilt mit der andern. Wen Gott liebt, den züchtigt er. (Biblisch.) * * * Jeder für sich, Gott für alle. * * * Der Mensch fährt, und Gott lenkt die Zügel. Der Mensch tracht' — und Gott lacht. * * * Gott sitzt oben und paart unten. „Paart" — verbindet Mann und Weib. * * Ein Gott wider alle Feinde. * * Was Gott tut bescheren, das kann kein Mensch verwehren (verhindern). * * * Gott sitzt dort oben, und wir plagen uns da unten. * Wohnte der liebe Herrgott da unten auf der Erde, man würde ihm längst die Fensterscheiben eingeworfen haben. Nämlich aus Verdruss über die vielen empörenden Ungerechtigkeiten auf der Welt. * * * Wen Gott will erquicken, den können die Menschen nicht ersticken. * * * Wem Gott einen Höcker gibt, der muss ihntragen. * * * Was Gott einem anklebt, das kann kein Mensch abreissen. Die göttliche Schickung kann kein Mensch abwenden. * * * Wie man sichs vornimmt, so hilft Gott. * * * Je schwieriger man sichs vornimmt, desto leichter hilft Gott. * * * Dem Gefallenen hilft Gott. * * * Gott ist der beste (einzige) Arzt. * * * Wen Gott züchtigen will, dem nimmt er zuerst den Verstand. * * * Gott hat ein grosses Narrenhaus. * * * Wollte Gott auf die Narren hören, er müsste die Welt umkehren (verändern). * * * Wenn Gott auf den Hirten hören wollte, die Schafe müssten aussterben. Der Hirte flucht zuweilen im Zorn seinen. Schäflein. * * * Für morgen — lass Gott sorgen. * * * Gott beschert dem Trinker seinen Wein und der Spinnerin ihren Flachs. Schlusspointe einer aus dem Midrasch stammenden Erzählung. * * * Der die Fische beschert, wird auch den. Pfeffer (dazu) bescheren. * * *

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