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Ost und West · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. Seite 795 - 796

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Erklärung
Date
1907-12-01
Page
Seite 795 - 796 (sequence 4)
Language
German
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795 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Erklärung. 796 CentraUComüe in Paris ben pion surückwies? £s müssen dod) rectyt scr;wäd)lid)e ßerren gewesen sein, öie dem Pariser „nein" gegenüber sofort auf ifyren Willen verachteten. In Watyrrjeit ist jener „Besd}luss" nie gefasst woröen, in War)rr>eit t)atte 6as Pariser CentraUComite nie Plnlass gehabt, solchen Besd)luss 3urück3uweisen. Cs ist im De3ember 1872 einmal eine Anregung in der angegebenen Richtung hervorgetreten. €in (T)ar)nwort bes Berm 5anitätsrat Dr. neumann r>at genügt, von dem üblen plan absufyalten. Was in bem vorstehenden Resume über ben „Abfall der Engländer unb Oesterreidjer" über bie „spesiell fran3Ösisd)e Särbung" ber fllliance, über ben „Despotismus11 des pariser Central* Cotnites gesagt ist, tyaben wir widerlegt. Aber aud) das, was FSerr Philippson über eine Abnahme bes Interesses für bie fllliance Israelite Uni* verseile in Deutschland behauptet, ist nicht 3Utreffend. Das Interesse für bie fllliance Israelite Universelle Yjai sich in Deutschlanb nicht verloren. Der 3uwad)s von tausenben von (Ditgiiebern, die sich uns in kurser 3eit neuerbings in Deutschland angeschlossen höben, beweist dcus Gegenteil. Weitausschauende und albeit getätigte jüdische Wol)lfahrts= und Wotyltätigkeitspolitifc verfolgt die fllliance Israelite Universelle. Sie wird ihrer Senkungen immerdar eingedenk bleiben und ihnen in unermüdlicher Arbeit treu sein, 3um Segen für die gesamte Juöenrjeit. Berlin, ben 30. Oktober 1907. Das Präsidium öer Deutschen Conferen3*Gemeinscl)aft der Fllliance Israelite Universelle Cubwig (Dax Golöberger. Charles C. löallgarten. Paris, den 1. Dovember 1907. Der vorstehenden Crklärung sd)liesst sid) vorbehaltlos an Das Präsidium bes CentraUComites öer fllliance Israelite Universelle Harcisse Ceven. Solomon Reinad). Dr. fl. Hefter. Jacques (Dad)iels. Nachdruck verboten. ACH AD HAAM UEBER DAS SCHULWERK DER ALLIANCE ISRAELITE UNIVERSELLE. Der bedeutendste hebräische Schriftsteller der Jetztzeit, Achad Haam (Uscher Ginzberg), hat vor etwa 7 Jahren über die „Schulpolitik" der Alliance Israelite Universelle in der von ihm begründeten hebräischen Monatsschrift „Haschiloach" nach einer Palästinareise geschrieben und später in seinem Sammelwerk „AI Paraschath Diachim", Band II", S. 151—152, neu veröffentlicht, was wir hier in genauer Uebersetzung wiedergeben: „Das jüdische Publikum glaubt gewöhnlich, dass die Alliance Israelite Universelle in ihrem grossen Eifer für ihr Heimatsland Frankreich bemüht ist, die Vorherrschaft des „französischen Geistes" in der Welt zu verbreiten, und dass sie für alle ihre Schulen die strenge Vorschrift festgesetzt hat, die Zöglinge zu „guten Franzosen" zu erziehen. Wieviel derartige Phrasen lesen wir in den jüdischen Zeitungen, und besonders in der letzten Zeit. Tatsächlich ist es aber nur eine der bei uns üblichen Uebeitreibungen. Die Alliance selbst — d. h. das Central-Comite in Paris — sorgt für den französischen Geist nicht mehr, vielleicht noch weniger als für den jüdischen Geist. Im allgemeinen zieht sie keinen spezifischen „G-eist" vor, und ihr Hauptzweck bei der Gründung von Schulen im Orient ist dieser: die dortigen jüdischen Massen durch eine europäische Erziehung und exakte, zum Lebensunterhalt notwendige Kenntnisse aus ihrem sozialen und moralischen Tiefstand emporzuheben. Und da in den meisten Orientländern die französche Sprache in den höheren Gesellschaffsschichten noch die vorherrschende ist, sowohl unter den Eingeborenen als auch unter den Eingewanderten, so ist es einem Menschen aus der Masse fast unmöglich, eine mehr oder weniger anstandsvolle Stütze im Gesellschaftsleben zu erreichen, sei es als Beamter in einem Regierungs- oder sonstigen öffentlichen Institute, sei es als Angestellter bei einer angesehenen kaufmännischen Firma, wenn er nicht die französische Sprache beherrscht. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn man in den Allianceschulen, die nur zu diesem sozialen Zwecke begründet wurden, die französische Sprache — aber nicht den Geist — besonders pflegt, damit die Zöglinge sie nachher für ihre Lebensbedürfnisse gebrauchen können. Wer Gelegenheit hatte, die „Zirkulare'1 zu lesen, die das Central- Comite in den letzten Jahren an alle Leiter der Allianceschulen betreffs des Unterrichts in der jüdischen Geschichte, der moralischen Erziehung, der Beobachtung der religiösen Vorschriften etc. versendet, der wird die Wahrheit meiner Worte bestätigen, dass die Alliance nur darnach strebt, ihren Zöglingen die Fähigkeit und Möglichkeit beizubringen, sich eine Lebensexistenz durch redliche und geachtete Arbeit, durch ein Handwerk oder theoretische Kenntnisse zu

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