Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- Erklärung
- Date
- 1907-12-01
- Page
- Seite 793 - 794 (sequence 3)
- Language
- German
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793 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Erklärung. 794 „Wir können gleich 5er Anglo=Jewish Asso=" „ciation nur bestätigen, bass von einer Cos=" „lösung ober gar von einem Abfall von der" „Pariser Organisation bei ber Gründung der" „unsrigen nicht die Rebe sein konnte, bass es" „sich vielmehr neben ber Rücksicht auf bie" „Staatsgesetse barum t)anbelte, grössere" „(Dittel für allgemeine jübiscfye ßilfs3wecke in" „unserem Canbe auf3ubringen, als es für ein" „Comite eines auswärts bomisilierten Vereins" „möglich gewesen wäre. Wätyenb ber 35 Jahre" „unseres Bestehens tyaben wir uns in perma=H „nantem Rontakte unb im l}er3licr;sten £in=" „vernehmen mit bem Pariser CentraUComite" „befunben, bessen (Ditglieb unser Präsident" „ist, unb sinb bei allen grossen Hilfswerken" „für verfolgte Glaubensgenossen mit Paris" „ßanb in ßanb gegangen.44 „Gan3 absurb erscheint uns bie An=" „beutung bes Verfassers, bass ber fran=" „3Ösisd)e Charakter ber Alliance als" „nad)teilig für beren er3iel)lid)e £ätig=" „keit im Osten angesehen unb mit ein" „(Dotiv für unsere angebliche Coslösung" „gewesen wäre/1 ßerr Professor Philippson lässt sich bann weiter vernehmen: „Diese (bie fllliance) r;at in eteelnen Sailen" „viel Gutes geleistet, oft ben Armen unb Be=" „brängten Unterstüt3ung geschafft. Sie rjat" „im Osten elementar schulen begrünbet, bie in=" „bessen nid)t so viel Out3en gewirkt t)aben," „wie man wol)l l)ätte erwarten bürfen; unb" „3war aus brei Grünben: einmal weil bie" „Ceiter ber fllliance 3uerst selten, später nie" „nach bem Orient gingen unb bas Werk" „lebiglid) (Dietlingen anvertrauten, benen es" „3-umeist entweber an Verstänönis ober an" „Cifer ober an selbstloser ßingabe an ihre" „Aufgabe fehlte. 3weitens, weil ber Charakter" „ber Schulen ein albu abenblänbischer unb" „3umal fran3Ösisd)er ist, otyne Anpassung an" „bie besonberen 3ustänbe unb Anforberungen" „bes Orients. Drittens, weil sie ot)ne Sort=" „bilbungsscrjulen blieben unb so bie Rinber" „im bilbungsfär;igsten Alter entliessen unb" „bem alten orientalischen Sd)lenbrian über=" „lieferten, bem sie unrettbar wieber verfielen." Die brei Grünbe, bie ßerr pi)ilippson bafür anführt, bass bie €lementarsd)ulen ber Alliance im Osten angeblich; „nicht soviel Hut3en gewirkt hjaben, wie man wol)l hätte erwarten bürfen", beweisen nur Unvertrautfyeit mit bem Schulwerk ber Alliance im Osten. Die Ceiter ber Alliance Israelite Universelle haben jebet*3eit Wert barauf gelegt, ihr Schulwerk, bas 142 Schulen in brei Erbteilen umfasst, unter steter fachmännischer Inspektion 3U halten. Sie wissen eben, bafe alU gemeine Bilbung, sei sie noch so gross, nicht imstaube ist, bie Sachkenntnis 3U erset3en. - ßerr Philippson nennt bie von ber Ceitung ber Alliance Israelite Universelle nach langer Erprobung eingesetsten Inspektoren mit ber herabwürbigenben Be3eid)nung „CDietlinge". Will ßerr Professor Philippson vielleicht bie Rabbiner als „CDietlinge" ihrer Gemeinben, bie Gymnafiallehrer als „(Dietlinge" bes Staats ober ber kommunen ansprechen? Dein, biese alle sinb bie verehrten unb angesehenen Vertrauensmänner der Gemeinben, bes Staates, ber Stäbte. Unb so sinb bie (Dänner, bie ßerr Philippson als „CDietlingea herQbwürbigt,' unsere erprobten unb angesehenen Vertrauensmänner, bie ihres schweren Amtes mit reifem Verstänbnis, mit unübertrefflichem Cifer unb mit vorbilblicrjer ßingäbe walten! Wenn ßerr Philippson ben Charakter ber Allianceschulen im Orient „albu abenblänbisd) unb 3umal fransösisd)" finbet, so übersieht er: Die Orientschulen ber Alliance sinb Schulen sui generis, sie sinb ihren besonberen Bebürfnissen, bie eigenartiger Hatur sinb, angepasst, sie sinb genau bas, was ßerr Philippson sagt, bass sie sein sollen, unb was er bloss nicht ge* sehen hat* ßerr Philippson beklagt ben (Dangel an fortbilbungsschulen. Das Sortbilbungsschulwesen ist im (Dorgenlanb wirklich n°d) nicJ>t systematisch burct)3uführen. Cinen gewissen Crsats schaffen wir in ben Crgän3ungskursen (classes supplementaires), bie wir in verschriebenen Stäbten, wie Constantinopel, Salonichi, Smyrna, üunis, Hanger, Bagbab, Alexanbrien, föairo, ben oberen blassen an* gegliebert haben. Wenn im übrigen unsere Jungen im Orient unsere Schulen früh verlassen, so geschieht es nicht um bes „Schienbrians" willen, sonbern aus bitterer Hot, weil sie für Brot 3U sorgen haben. ßerr Professor Philippson beenbet seine Aus* führungen folgenbermafcen: „Im De3ember 1872 besd)loss eine Versamm=" „lung in Berlin bie Begrünbung einer besonberen" „Israelitischen Allians in Deutschland" Allein" „bas Central Comite ber Alliance in Paris" „wies biesen plan burd)aus 3urück, ber auch" „nie verwirklicht worben ist. Ceiber Hess bas" „Pariser Central-Comite sid) burd) solche Vor=" „gänge unb auch burd) ben Abfall ber £ng=" „länber unb Oesterreicher nid)t bestimmen," „bie spesiell fran3Ösisd)e Särbung ber Alliance" „unb ben Despotismus bes pariser Central" „Comites irgendwie 3U mobifi3ieren. Daburd)" „verlor sich in Deutschlanb bas Interesse für" „sie um so mehr, je schärfer bie nationalen" „ Gegensätze 3wischen beiben Cänbern sich un=" „glücklicherweise gestalteten." Charakteristisch ist schon ber erste Satj, bass „eine" Versammlung - beren nähere Beseichnung vollständig fehlt - im De3ember 1872 bie Begrünbung einer besonberen „Isralitischen Allians in Deutschlanb" beschlossen habe. Wer hat benn „beschlossen"? Wer waren bie Bescrjliessenben, bie ihre Absicht sofort fallen Hessen, weil bas