Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Der Neubau der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums
- Date
- 1907-11-01
- Page
- Seite 717 - 718 (sequence 2)
- Language
- German
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717 Der Neubau der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. 718 A. Lehrräume. 1. Zwei mittelgrosse Auditorien; 2. ein grosser Saal zu öffentlichen Vorlesungen und festlichen Veranstaltungen (für Ferienkurse Generalversammlungen usw.); 3 ein Seminarzimmer (zugleich Präparandie); 4. ein Lehrerzimmer (zugleich Archiv); 5 ein Konferenzzimmer. B. Blibliotheksräume. 1. Ein Lesesaal (6 X 12 m); 2. ein Verwaltungs- und Ausleihzimmer; 0. Ein Büchermagazin (von ca. 100 qm, dem Doppelten des bisherigen Raumumfanges). C. Korridore. 1. Ein Garderobenraum; 2. zwei Toilettenräume mit Waschgelegenheit. Innere und äussere Gestaltung. Die Befürchtung, dass die kleine winklige Baustelle eine ungenügende Erfüllung des Programms mit sich bringen und vor allem eine repräsentative, einer Hochschule würdige Anlage unmöglich machen würde, hat sich nicht bewahrheitet. Wenn auch naturgemäss kein allzugrosser Aufwand in bezug auf Vorräume, Treppen und Korridore getrieben werden konnte, sind doch alle berechtigten Ansprüche befriedigt, ist sogar darüber hinaus für genügende Vestibüle und geräumige Vorplätze Sorge getragen. Haupteingang. Insbesondere musste der Haupteingang so gestaltet werden, dass möglichst im Anschluss an diesen eine Wandelhalle für die Studierenden geschaffen wurde. Dies ist auch vollkommen erreicht worden und zwar dadurch, dass der Vorplatz vor der Treppe mit dein Eingangsflur vereint wurde. Aber nicht nur im Erdgeschoss des Hauses, sondern auch in den oberen Stockwerken sind würdige, grosse und helle Vorräume angeordnet worden, an die sich ausreichende Toiletten und Garderoben anechliessen. Treppen. Unerwartete Schwierigkeiten wurden durch die baupolizeiliche Forderung geschaffen, welche trotz der Kleinheit des Grundstückes die Anlage von zwei Treppen vorschrieb. Die Haupttreppe, massiv aus Kunststeinstufen mit eisernen Brüstungsgeländern hergestellt, zeigt grosse Abmessungen. Die zweite Treppe musste naturgemäss nur als eine Nottreppe ausgebildet werden, und ist hierfür der spitze Winkel an der ATorderfront glücklich verwendet worden, derart, dass nicht allzuviel Raum verloren wurde. Unterrichtsräume. Die Auditorien liegen im ersten Stock, wo sich auch das Sitzungszimmer des Kuratoriums befindet, während das Lehrerkollegium im Erdgeschoss sein Zimmer hat. Die Aula ist im zweiten Stock untergebracht und bildet in Verbindung mit dem grossen Seminarraum ein Auditorium von 150 bis 200 Plätzen. Im dritten Stock befindet sich der Lesesaal, im Anschluss an diesen folgen die Räume der Bibliothek. Bibliothek. Ganz besondere Sorgfalt ist der Ausbildung der Bibliothek gewidmet worden und ist für diese das ganze Obergeschoss einschliesslich des Dachbodenraums in zweckmässiger Weise zur Verwendung gekommen. Dadurch hat sich ein sehr geräumiges Magazin für die Aufstellung der Bibliothek gewinnen (lassen, welche im Neubau der Lehranstalt für die „Wissenschaft des Judentums." Spezial-Aufnahmc für „Ost und West".