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Ost und West · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 333 - 334

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Das Schul- und Lehrlings-Werk der Alliance Israélite Universelle
Date
1907-05-01
Page
Seite 333 - 334 (sequence 3)
Language
German
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333 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Das Schul- und Lehrlingswerk der Alliance Israelite Universelle 334 Die Alliance-Schule Riwka Nuriel in Bagdad. war, daß die Wohnungen der Juden gesunder, geräumiger wurden. Da das alte Gebäude der Talmudtoraschule zerstört war, schlug die Gemeinde eine Verschmelzung der Talmudtoramit der Allianceschule vor. Das Central- Comite nahm den Vorschlag freudig an und legte sich behufs besserer-Durchführung sogar neue Lasten auf. Heute umfaßt die Anstalt die gesamte jüdische Schuljugend, die Zahl der Zöglinge ist nahe an 1300. Die Verschmelzung, die einige Jahre zuvor noch großen Schwierigkeiten begegnet wäre, hat sich leicht vollzogen, nicht ein einziger Anhänger der alten Gewohnheiten hat Einspruch erhoben. * Die Gemeinden, in denen die Allianceschulen noch auf Widerstand treffen, sind überhaupt selten geworden. In Jerusalem z. B. war es einigen Rabbinen und den Obskuranten lange Zeit gelungen, die Bemühungen der Alliance hinsichtlich der Unterrichtsversorgung der jüdischen Jugend zu hemmen. Aber die Lernbegierde war so allgemein und so stark, daß sie alle Hindernisse überwand. In Jerusalem gibt es etwa 5000 Kinder im schulpflichtigen Alter. In die Allianceschule gehen etwa 400 Kinder, 150 besuchen die Lämelschule, die übrigen finden in den Talmudtoraschulen und in den Jeschibot Aufnahme. Für Mädchen gab es bisher nur eine, die Eveline v. RoLhschild-Schule mit 500—600 Zöglingen. Fast 2000 Mädchen blieben ohne jeden Unterricht. Das Central-Comite hat diese Lücke nicht fortbestehen lassen wollen. Im Jahr 1906 hat die Alliance in Jerusalem eine Mädchenschule eröffnet, die gegenwärtig 200 Schülerinnen zählt und erweitert werden soll, sobald die Verhältnisse es gestatten. * In P e rs i e n erweitern die Schulen fortgesetzt ihren moralischen und beschützenden Einfluß. Das Vorhandensein der Schule und die Gegenwart der von der Alliance entsandten europäischen Lehrer gewährleistet die Sicherheit der Israeliten und zwingt die zahlreichen Agenten der Verhetzung, die vordem die Israeliten ungestraft mißhandelten und ausbeuteten, Frieden zu halten. Der Einfluß der Schulen reicht weit über die Städte hinaus, in denen sie sich befinden, zuweilen über eine ganze Provinz, beschützt Leben und Eigentum der unglücklichen israelitischen Hausierer, die ihr Gewerbe in entlegenen Dörfern betreiben. Unter allen Umständen erblickt die jüdische Bevölkerung in der Allianceschule nicht bloß eine Zufluchtsstätte und in dem Direktor einen Beschützer; sie hat auch das Bewußtsein, daß der moderne Unterricht der Allianceschule ein wahrhaftes Werkzeug des Fortschritts und des Broterwerbes ist.

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