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Ost und West · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. Seite 203 - 204

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
Die vierte Tagung der deutschen Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israélite Universelle
Date
1907-03-01
Page
Seite 203 - 204 (sequence 4)
Language
German
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203 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Die vierte Tagung der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft etc. 204 erstmalig das Alinea 3 vorhergesehene Vorschlagsrecht in Geltung tritt." Bei dem fünften Gegenstand der Tagesordnung kam die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft auf Antrag der Vorsitzenden zu folgendem Beschluss: „Die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft der A. I U. hält daran fest, unter Wahrung ihrer Selbständigkeit und Würde mit allen jüdischen Hilfsorganisationen in Deutschland in freundlichem Einvernehmen zu bleiben. Sie beauftragt ihr Präsidium, für die angemessene Fortführung bereits bestehender oder die Anbahnung neuer Zusammenarbeit mit jenen Organisationen die erforderlichen Verabredungen zu treffen, und ermächtigt ihr Präsidium, die hierbei nötigen Massnahmen Namens der Deutschen Conferenz- Gemeinschaft anzuordnen." Die Vorsitzenden wurden von der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft beauftragt, von allen vorstehenden Beschlüssen dem Central-Comite in Paris Kenntnis zu geben. Bei jedem einzelnen der bisher erwähnten Punkte der Tagesordnung gab der Vorsitzende eingehenden Bericht über die voraufgegangenen Beratungen und über die mit dem Central-Comitö in Paris gepflogenen Verhandlungen. Bs verdient besonders hervorgehoben zu werden, dass alle Anträge mit Stimmeneinhelligkeit gefasst worden sind, dass die ganzen Beratungen einen vollständigen Zusammenklang aller Anschauungen ergaben, einen Zusammenklang, der nur möglich war durch die Ueberzeugung, die sich allen Teilnehmern aufdrängte, dass jeder Einzelne ohne Ausnahme das gleiche Ziel im Auge hatte, und dass die Ueberzeugung unbedingtes Gemeingut wurde, die in der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft und dem Deutschen Bureau geschaffene Organisation sei für die Pflege der Alliance Israelite Universelle, ihre Erhaltung und ihre gedeihliche ilusbildung das beste Mittel. Mit herzlicher Anerkennung muss hervorgehoben werden, dass Herr Bezirksrabbiner Dr. Salvendi-Dürkheim mit vorbildlicher Bereitwilligkeit und Selbstentäusserung — nachdem er im Verlauf der Tagung die Ueberzeugung gewonnen hatte, dass seine Comites nirgend besser aufgehoben sein könnten als bei dem Deutschen Bureau, für das er den Segen des Himmels erflehte — spontan die Erklärung abgab, dass er mit Ende des laufenden Jahres alle seine Comites dem Deutschen Bureau überweise. — Damit ein äusseres Zeichen die Erinnerung an die langjährige Tätigkeit des Dr. Salvendi festhalte, wird den Comites, die bisher Dr. Salvendische Comites gewesen sind, auch in den späteren Berichten diese Bezeichnung erhalten bleiben. Die gleiche freudige Zustimmung erwarb sich durch die gleiche Erklärung Herr Rabbiner Dr. Frank-Cöln. Beiden hochverdienten Mitgliedern wurde wärmster Dank ausgesprochen. Die Tagung fand ihren Abschluss in einem prächtigen Pestbankett, das das Frankfurter Lokal- Comite den Teilnehmern veranstaltet hatte. Auch diesem Festbankett wohnten die hervorragendsten Mitglieder der Jüdischen Gemeinde von Frankfurt am Main hei. Viele geistvolle Trinksprüche wurden ausgebracht. In launiger und ernster Rede ergingen sich Meister des Worts. Die Herren Rabbiner Dr. Rosenthal-Breslau, Rabbiner Dr. P o r g e s - Leipzig, F e i n s t e i n- Königsberg, Theodor Schlesinger-Frankfurt a. M., erfreuten die Hörer bald durch sinnige, bald durch heitere Betrachtungen. Herr Rabbiner Dr. Horowitz fand stürmischen Beifall, als er im Namen des Frankfurter Lokal- Comites des Hilfsvereins der Deutschen Juden ein Hoch der Alliance Israelite Universelle brachte, zu deren ältesten Mitgliedern er selbst gehört. Er erzählte von dem siebenarmigen Leuchter in der Stiftshütte, dessen Lichter, der Ueberlieferung zufolge, von Westen her angezündet wurden. Vom Westen sei das Licht der Alliance aufgegangen, ein Licht der Befreiung für die bedrängten Teile der Judenheit, und dieses Licht werde leuchten bis an das Ende der Dinge. Die Beratungen haben den harmonischsten Verlauf genommen, zur aufrichtigen Befriedigung aller Teilnehmer und in voller Erfüllung der Wünsche, die sie von aussen her begrüsst und begleitet hatten. Der Tag von Frankfurt wird allen Teilnehmern unvergesslich in der Erinnerung haften. Stärker denn je ist das stolze Werk der Alliance Israelite Universelle und ihrer Deutschen Conferenz-Gemeinschaft gefestigt, zum Segen für die gesamte Glaubensgemeinschaft. * * * Zu allseitiger Befriedigung wurde während der Tagung festgestellt, dass die Anhängerschaft der Alliance in Deutschland während des letzten Jahres eine Zunahme erfahren hat wie noch nie zuvor, dass die Zahl ihrer Mitglieder grösser ist als sie je gewesen, weit grösser als irgend eine jüdische Vereinigung besesse i hat oder besitzt. Man war einig darin, immer und überall den universellen Charakter der Alliance und ihre Einheitlichkeit zu betonen.

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