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Ost und West · 1907-02-01 · Heft 2 (Februar 1907) · p. Seite 137 - 138

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 2 (Februar 1907)
Article
Salomon Buber
Date
1907-02-01
Page
Seite 137 - 138 (sequence 1)
Language
German
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137 13S SALOMON BUBER. Nachdruckverboten. (Der Vertrauensmann der A. I. U. in Lemberg, am 28. Januar 1907 im SO. Lebensjahr gestorben.) Wieder hat der Tod in die Reihen der Wissenschaft des Judenturas eine Lücke gerissen uad einen Mann dahingerafft, der nicht ersetzt werden wird. Salomen Buber, der nach einem arbeitsvollen und an mannigfaltigen Erfolgen reichen Leben in dem hohen Alter von 80 Jahren von uns geschieden ist, stand ein volles halbes Jahrhundert unter den emsigen Arbeitern im Weingarten der jüdischen Literatur. Er entstammte einer wohlhabenden, angesehenen Kaufmannsfamilie in Lemberg, in der es, wie zu jener Zeit in dieser Klasse allgemein üblich war, die der geschäftlichen Arbeit abgerungene Müsse der Schriftgelehrsamkeit zu widmen. Salomon Bubers Jugend fiel in eine Zeit, als die SturmundDrangperiode der Haskala, von der er übrigens unmittelbar fast garnicht berührt wurde, bereits ausgetobt hatte. Aber von dem Geist, der die Zeit beherrschte, musste auch er notwendig einen Hauch verspüren. So kam es, dass er, anstatt sich in dem Labyrinth des Pilpul und der ritualLstischen Diskussionen zu verirren, für die wissenschaftliche Forschung "Vorliebe fasste. Als er im Jahr 1856 mit seiner ersten Arbeit, einer Biographie des Eliah Bachur, debütierte, war Nachman Krochmal seit fünfzehn Jahren tot und Rappoport schon lange auf dem Prager Rabbinatsstuhl festgeeist. Salomon Buber gedachte nicht, die Rolle eines Dilettanten zu spielen. Er vertiefte sich mit ganzem Ernst und vielem Fleiss in die Wissenschaft. 1865 veröffentlichte er Glossen zu den Eesponsen der G&onim, und drei Jahre später begründete er seinen Ruf durch die Publikation der sog. Pesikta des Rav Kahana, eines der wichtigsten aggadischen Midraschwerke, einer unumgänglichen Quelle zur Literaturgeschichte der Juden Palästinas im L Jahrhundert, eigentlich die älteste Aggadakompilation, an die sich die tausendjährige Serie dieser Literatlirgattung anschliesst, ein Werk, das bis dahin in seiner Totalität der Oeffentlichkeit nicht zugänglich war. Nun stammt diese Pesikta freilich gar nicht von Rav Kahana, Salomon Buber. wie Buber im deutschen Titel seiner Edition angibt, sondern der Name ist eine Abkürzung von Rabbi Abba bar Kahana, von dem ein Ausspruch die Sammlung ursprünglich einleitete. Aber das tat dem grossen, allgemein anerkannten Verdienst des Herausgebers keinen Eintrag. Buber hatte sich vier äusserst seltene Handschriften verschafft, die Lesarten mit peinlicher Genauigkeit verglichen, dem Text eine sehr lange Einleitung vorausgeschickt, in der er alle möglichen Hypothesen über Entstehungszeit, Komposition und Beziehungen des Werkes zusammentrug, alle Stellen verzeichnete, wo sein Midrasch erwähnt, zitiert oder nur berührt wurde, und begleitete ihn mit einem ausführlichen Kommentar, der über die geringsten Minutiositäten sich mit Genauigkeit ergeht Dieser Methode blieb Salomon Buber sein ganzes Leben treu. Fast jedes zweite Jahr brachte von ihm die Edition irgend eines anderen verloren geglaubten Midrasch, eines Midraschfragments, eines Kommentars oder Superkommentars, nach derselben Methode bearbeitet. Grosses Verdienst erwarb er sich durch die Ausgabe des Ur-Thanchuma (Wilna 1885). Er stellte seine sehr bedeutenden materiellen Mittel in den Dienst der Wissenschaft und vollbrachte das, was sonst überall nur mit reichen Ressourcen ausgerüstete gelehrte Körperschaften zu unternehmen pflegen. Er durchstöberte alle Bibliotheken nach Handschriften, beschäftigte zahlreiche Kopisten, scheute auch keine Opfer, wo es galt, die Manuskripte selber in Augenschein zu nehmen, arbeitete unermüdlich und rastlos, selbst im hohen Alter, da er schon schwer leidend war, jeden Tag von 5 Uhr morgens ab. (Dabei war er ein Grosskaufmann, Chef einer bedeutenden, prosperierenden Firma. Auch war er lange Jahre der Vertrauensmann der Alliance Israelite Universelle, deren Werke er mit hingebendem Eifer förderte.) Unverdrossen brachte er eine grosse Reihe älterer und jüngerer Midraschwerke an den Tag. Da ist der Lekaeh Tov, Sifrß deaggadetha, Midrasch Tehillim, Midrasch Samuel

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