Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- Berthold Auerbach
- Date
- 1907-02-01
- Page
- Seite 83 - 84 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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83 B. Saphra: Berthold Auerbach. 84 Preussen kein gutes Haar lässt, darin liegt ein von mir verstandenes und nicht verurteiltes System. Das ist, verehrter Freund, eine recht lange Epistel geworden — ein Attentat auf Ihre so kostbare Zeit. Die schönste Rache, welche Sie nehmen könnten, wäre die, dass Sie mir einen doppelt so langen Brief schrieben. Von Oster- und Frühlings-Empfindungen will ich schweigen, nur so viel will ich sagen, dass es mich hinausdrängt, und zwar zunächst wegen meines lahmen Fusses in ein Bad. Trotz aller schwäbischen Preussenfresserei zieht es mich nach Wildbad in den Schwarzwald. Nun Gott befohlen! In aller Freundschaft und inniger Hochachtung stets Ihr treu ergebener Freund Düsseldorf, 19. April 1868. Hohen zoll ern." „Nachschrift. A propos „Neue freie Presse4' fällt mir eben noch bei: Hat jemand im Winter 1866 der österreichischen Regierung einen Vorwurf aus der sehr exzessiven, gewalttätigen Judenverfolgung in Böhmen gemacht? niemand. — Wohl aber waren diese wilden Exzesse ein Mafsstab für den Bildungsstandpunkt der tschechischen Bevölkerung. Es dauerte ziemlich lange, bis die Regierung dieser Ausschreitungen Herr wurde. — Und Böhmen ist doch ein anders politisch organisiertes Land, als die Moldau ist. Nur überall gleiches Mass und ich gebe mich zufrieden. Berlin war unserem Wiedersehen nicht günstig; für mich eine reine Unmöglichkeit, aus der Tagesaufgabe ein Stückchen Zeit herauszuschneiden, das ich Ihnen hätte widmen können. Am Rhein geht es besser!!!tt Nach einer Photographie Bar-Mizwa-Unterricht. The Jewish Encyclopedia.