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Ost und West · 1903-12-01 · Heft 12 (Dezember 1903) · p. Seite 859 - 860

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 12 (Dezember 1903)
Article
Aus dem Geleise
Date
1903-12-01
Page
Seite 859 - 860 (sequence 4)
Language
German
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859 Bruno Lessing (New York): Aus dem Geleise. 860 „Versprich mir," fuhr sein Weib fort, „dass Du, was auch in Zukunft geschehen möge, niemals wieder ein Trinker werden wirst." Rasenstein fuhr in die Höhe, — er wurde purpurrot im Gesicht, und es schien ihm, als ob er überhaupt kein Wort tiervorbringen könne. Dann aber sagte er mit aller Anstrengung: „Ja. Ich verspreche es." Und er hat sein Versprechen gehalten. BERÜHMTE JÜDISCHE WELTREISENDE. Von Dr. Adolf Kohut. III*) (Schluss.) Zu den berühmten Weltreisenden im 19. Jahrworben. Er hatte zahlreiche Reisen nach Arabien unterhundert übergehend, erwähnen wir zuvörderst den nommen und es gelang ihm, u. a nach dem alten Saba, Namensvetter des schon genannten Binjamin ben Jona aus Tudela, nämlich J. J. Benjamin II. aus Foltitscheny an der Moldau, einen Günstling Alexanders v. Humboldt, wie auch des grossen Geographen Karl Ritter und des gleichfalls berühmten Geographen Berthold Seemann, geboren 1821 in der soeben genannten Stadt in Rumänien, und gestorben 1864 in London. Er hat seine reichen Erfahrungen und Erlebnisse in zwei umfangreichen Werkenin deutscher Sprache mitgeteilt: „Acht Jahre in Asien und Afrika von 1846- 1855« (Hannover 1860) und: „Drei Jahre in Amerika 1859—1862" (in zwei Bänden, Hannover 1862). Durch sein Studium arabischer und hebräischer Altertümer wurde der 1812 geborene und am 6. Januar 1882 gestorbene Archäologe Nathan Davis veranlasst, Nordafrika wiederholt zu besuchen. 1856 reiste er auf Veranlassung des Grafen Clarendon, des damaligen englischen Ministers des Auswärtigen, nach Carthago, um Nachforschungen auf der Ruinenstätte der alten Stadt anzustellen. Die Früchte seiner Reisen veröffentlichte er in zahlreichen, anregenden Werken. Um die Geschichte, Geographie und Kultur Arabiens hat sich auch der am 15. März 1855 zu Deutsch-Rust in Böhmen geborene Eduard Glaser Verdienste er- *)'Siehe „Ost und West* Heft 11. EM IN PASCHA. bekannt durch die berühmte Königin dieses Landes, vorzudringen. Seine bedeutsamen Forschungen hat er in zahlreichen Aufsätzen und Werken niedergelegt, von denen das bedeutendste ist: „Skizze der Geschichte und Geographie Arabiens von den ältesten Zeiten bis zum Propheten Mohammed." Besonders ergiebig entfaltete sich seine 1892 unternommene Reise in das Innere Arabiens, wobei er das Gebiet von Hadramauth bis Mekka kartographisch aufnahm, 800 Inschriften und zahlreiche arabische Manuskripte,besonders von dem eigenartigen semitischen Volke der Mahra, sammelte. Orientalist und Afrikareisender zugleich ist der am 15. Dezember 1827 geborene Jos eph Halevyy der im Auftrage der Pariser Akademie der Wissenschaften 1869—18 70 Jemen nach sabäischen Inschriften durchforschte und dabei glückliche Funde erzielte, indem er 683 in einer vorher unbekannten Schwestersprache des Sabäischen, dem Minäischen, abgefasste Inschriften heimbrachte. Ein abenteuerliches, sehr bewegtes und an Ergebnissen reiches Leben führte der am 19. März 1832 zu Szerdahely in Ungarn geborene Weltreisende Herrmann Vambery, seit 1865 Professor der orientalischen Sprachen an der Universität zu Budapest. Schon mit 22 Jahren kam er nach Konstantinopel und machte sich als Sprachlehrer irn Hause von Hussein Pascha mit den Sitten des Orients vertraut. Darauf pilgerte er in

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