Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1903)
- Article
- Die fromme Katze
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 829 - 830 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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829 J. L. Perez: Die fromme Katze. 830 ich Dir in Deiner Furcht! Meine fromme Seele soll Stille, Friedlichkeit und Frömmigkeit auf Dich aushauchen, — aus meinem Atem soll Beständigkeit in Deinen Leib kommen, himmlische Gottesfurcht in Deine Gebeine, Reue und Busse in Dein Herz!" Die Katze fühlte, wie beseeligend es ist, vergeben zu dürfen, wie himmlisch die Freude, mit dem Hauch seines Mundes dem Sünder Frömmigkeit und Wahrhaftigkeit einblasen zu können. Der frömmsten Katze frommes Herz schwelgte! — Doch das Vögelchen konnte nicht in Katzenluft leben — es erstickte ... — DANIEL CHODOWIECKI UND MOSES MENDELSSOHN. Von Albert Wolf. Nachdruck verboten. In der jüngsten (69.) Berliner Kunstauktion von Amsler & Ruthardt gelangte eine erlesene Sammlung Chodowieckischer Radierungen, Handzeichnungen und Autographe zur Versteigerung. Unter den Hand- Zeichnungen fand sich auch ein bis dahin unbekannt gebliebenes PortraitMendelssohns vor, das früher der Sammlung Piabich angehörte, und j etzt in meinen Besitz gelangt ist, und von dem hier eine Reproduktion gegeben ist. Das Blatt — eines der hübschesten der ganzenSammlung — ist, bei einer Grösse von 15X 11,5 cm, in Tusche uud Rotstein ausgeführt, und stellt das BrustbildMendelssohns im Profil nach links, in einem Medaillon dar. Es muss, da Mendelssohn darauf im eigenen Haarschmuck erscheint, er aber nach Aussage seines Enkels (Mendelssohns ges. Schriften, I. S. 37) die Stutz - perücke erst etwa 10 Jahre vor seinem Tode abgelegt hat, zwischen 1775 und 1785 (er starb am 4. Januar 1786) entstanden sein. Es erweckt den Eindruck grösster Naturwahrheit, und dürfte wohl eines der ähnlichsten von allen existierenden Portraits DANIEL CHODOWIECKI. MOSES MENDELSSOHN. Mendelssohns s?in, was bei der grossen Meisterschaft Chodowieckis im Portraitieren um so wahrscheinlicher erscheint, als wir aus seinem eignen Munde wissen, welche hohe Verehrung er für Mendelssohn empfand und welches Vergnügen es ihm daher bereitete, dessen Portrait zu zeichnen. Denn in einem seiner Briefe an die ihm befreundete Gräfin von Solms-Laubach, später Prinzessin Hoheniohe- Kirchberg, von denen eine Folge von 43 Stück und 2 Brieffragmenten ebenfalls in der oben gedachten Auktion zum Verkauf gelangte, schreibt Chodowieoki am 29. September 1783. . „Oh, wie freue ich mich über die Freude, die ich Ihnen mit meinen Zeichnungen gemacht habe! Sie wollen wissen, unvergleichliche Gräfin, wie die Leute sind, mit denen ich Sie näher bekannt machen wollte. Die Zeichnung, die Sie Originalzeichnung, worunter mein Name steht, nennen, ist Rode, aber etwa 15 Jahre älter, als in dem Kupferstich, und daher und ohne mich zu rühmen, ähnlicher. Den in Rotstein gezeichneten Kopf, den Sie schon irgendwo gesehen zu haben vermeinen, N. E. ORIGINALHANDZEICHNUNG«