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Ost und West · 1903-11-01 · Heft 11 (November 1903) · p. Seite 749 - 750

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 11 (November 1903)
Article
Die ostafrikanische Frage
Date
1903-11-01
Page
Seite 749 - 750 (sequence 4)
Language
German
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749 Fabius Schach: J>ie ostafrikanische Frage, 750 nistenkongress mit ihr befassen. Beide, Zionismus und Ostafrika, werden dabei profitieren, wenn sie getrennt marschieren. Sie haben von einander entfernte Ziele und können nicht zusammengehen. Der Zionismus wird sich dann ungehindert weiter entwickeln und seine Bahn konsequent verfolgen. Ostafrika aber wird die Hilfe auch der Antizionisten finden. Diese Hilfe dürfen wir uns nicht verscherzen, denn wir können sie garnicht entbehren. Der Zionismus hat heute weder die nötigen materiellen Mittel, noch die genügenden technischen Kräfte, allein die Sache durchzuführen. Der Zionismus verfügt über keine überschüssigen Kräfte, er bedarf seiner Leute dringend für seine eigenen Zwecke. Aber die ostafrikanische Niederlassung wird dann zu einer Stätte der Assimilation! Das Wort „Assimilation" ist für manchen Zionisten zum Schreckgespenst geworden. Ich glaube, von der Seite droht keine Gefahr mehr. Die Assimilation ist — dank dem Antisemitismus — fast ganz lahm gelegt, sie fristet nur noch ein kümmerliches Dasein, eine Scheinexistenz. Viel gefährlicher als die Assimilation ist der Pseudo- Nationalismus, der Barmherzigkeits - Zionismus. Ein Werk, das aus der Gesamtheit heraus für die Gesamtheit geschaffen ist, trägt in sich schon den Keim des nationalen Lebens und muss sich in nationaler Richtung entwickeln. Die Mode der Assimilation hat sich längst überlebt und sie dürfte kaum die Lust verspüren, neue grosse Experimente zu machen. Die Führer eines jungen Werkes werden nicht die senilen Assimilanten, sondern die jugendkräftigen Denker und Arbeitet sein. Hundert zielbewusste Nationaijuden würden genügen, um alle Kolonien Ostafrikas vor assimilatorischen Verirrungen zu bewahren. Noch ist es verfrüht, über das Wie der Kolonisation Ostafrikas zu debattieren, bevor noch das Ob entschieden ist. Das aber darf heut schon gesagt werden: diese Frage kann nur durch einen allgemeinen jüdischen Kongress gelöst werden, an dem die Vertreter aller jüdischen Hilfsvereine und aller grossen Organisationen teilnehmen. Selbstredend soll auch die zionistische Organisation auf diesem Kongresse vertreten sein, aber nicht mehr und nicht minder als jede andere Organisation. Der Zionismus ist als jüdische Bewegung daran interessiert, aber nicht mehr als jede andere jüdische Partei. Schon die Entsendung einer spezifisch zionistischen Deputation nach Ostafrika ist ein Fehler. Die Sache müsste von vornherein einen allgemeinen neutralen Charakter tragen. Der Zionismus präsentiert sich heute der Weit als die qualitativ wichtigste und hervorragendste Bewegung der Judenheit. Aber er ist nicht ganz Israel. Wäre er es, dann brauchte man eben keinen Zionismus mehr. Nur unausgereifteKöpfe könnendem Zionismus die Rolle zumuten, alle möglichen Aufgaben auf seine Schultern zu bürden. Seine Kraft müsste dabei zerschellen. Nur der Dilettant versucht alles, der Künstler erkennt sein Gebiet und bleibt darin. Die Bahn des Zionismus kann kein Politiker und kein Diplomat ändern, denn sie ist von der Natur und von der Geschichte vorgezeichnet. Verlässt er diese Bahn, dann hat er seinen Lebenskeim zerstört. VI. Zionistenkongress. (Gruppe aus der englischen Landsmannschaft) 1. Mr. L. J. Geenfeorg, 2. Zangwill, 3. Herzl, 4. Redakteur Dalidanski, 5. Oberst Goldsmid.'

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