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Ost und West · 1903-09-01 · Heft 9 (September 1903) · p. Seite 637 - 638

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 9 (September 1903)
Article
Sterblichkeit und Krankheiten bei Juden und Nichtjuden
Date
1903-09-01
Page
Seite 637 - 638 (sequence 4)
Language
German
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637 Dr. Hugo Hoppe: Sterblichkeit und Krankheiten bei Juden und Nichtjuden. 638 hänglichkeit der Familienmitglieder untereinander, welche Schädigungen von jedem Einzelnen abzuhalten andauernd bemüht ist und mit grösster Liebe die Gesundheit der Einzelnen überwacht. Sicher ist die geringe Kindersterblichkeit, wenigstens zum Teil, durch die grosse Sorgfalt und Liebe bedingt, mit welcher die Kinder, selbst in den ärmsten jüdischen Familien, gepflegt und gehütet werden. Auch die liebevolle Fürsorge für die kranken, die betagten und hinfälligen Familienmitglieder ist nicht ohne Bedeutung. Aber alles das vermag nicht die grosse Widerstandsfähigkeit der Juden gegenüber akuten und chronischen Infektionskrankheiten und die relative Seltenheit schwerer Organerkrankungen bei ihnen zu erklären. Dabei spielen offenbar 2 Momente die Hauptrolle. Einmal ist zu berücksichtigen, dass die heutigen Juden ein Produkt der natürlichen Auslese sind, welche bei ihnen in weit stärkerem Masse tätig gewresen ist, als bei den Nichtjuden. Unter den harten Bedrückungen und grausamen Verfolgungen, welchen die Juden fast 2000 Jahre lang unterworfen gewesen sind, hat fortdauernd eine Auslese der Widerstandsfähigsten stattgefunden, welche ihre Widerstandskraft auf die Nachkommen vererbt haben. Das ist ein Moment, welches aber immer wieder zum Teil dadurch paralysiert wird, dass bei den Juden zahlreiche schwächliche Kinder nur durch die oben besprochene ausserordentliche Sorgfalt erhalten bleiben und grossgezogen werden, welche bei. geringerer Sorgfalt zu Grunde gegangen wären. Viel wesentlicher ist entschieden das zweite Moment, dass zwei chronische Volksseuchen, welche unter den Nichtjuden ausserordentlich verbreitet sind und die Bevölkerung degenerieren, die Syphilis und der Alkoliolismus, bei den Juden, wie wir gesehen haben, eine geringere oder gar keine Rolle spielen. Dass die Syphilis, welche nicht nur das Individuum, sondern in noch weit stärkerem Masse die Nachkommenschaft schädigt, bei den Juden so selten ist, liegt einmal an dem reinen, sittlichen Familienleben, welches die Erwerbung dieser Krankheit, wenigstens bei Verheiratheten, zu einer Ausnahme macht, dann an dem frühen Heiraten, das jetzt noch bei den östlichen Juden üblich ist, ferner wahrscheinlich auch in einer beim Manne durch die Beschneidung herbeigeführten grösseren Widerstandsfähigkeit der Oberhaut und endlich darin, dass Zustände von Trunkenheit, in welcher die Syphilis erfahrungsmässig ausserordentlich häufig erworben wird, bei der sprichwörtlichen Mässigkeit der Juden unter ihnen so selten sind. Diese Mässigkeit findet ja ihren deutlichsten Ausdruck in der statistischen Tatsache, dass die zweite der genannten Volksseuchen, der Alkoholismus, bei den Juden so gut wie unbekannt ist. Was das aber zunächst für die Mindersterblichkeit bedeutet, das können wir erst ermessen, wenn wir bedenken, dass in Preussen allein jährlich über 2000 Menschen an den direktesten Folgen der Trunksucht (akuter Alkoholvergiftung, Säuferwahnsinn, Unfällen und Selbstmorden in trunkenem Zustand) sterben, dass in der Schweiz nach der amtlichen Statistik jeder 9. Mann an den unmittelbaren oder mittelbaren Folgen der Trunksucht zu Grunde geht und dass in England die Zahl der jährlich infolge von Alkoholismus Gestorbenen von den verschiedensten sachverständigen Aerzten auf mindestens 120 000 geschätzt wird. Und die ausserordentliche Erkrankshäufigkeit durch Alkoholismus rückt ins helle Licht, wenn wir hören, dass die Zahl der im Jahre 1899 in den allgemeinen Krankenhäusern und Irrenanstalten Preussens aufgenommenen (offenbaren) Alkoholiker über 21 000 betragen hat. (Schluss folgt.) Resignation. In diesem Berzen lohten einst Schmerzgeschürte feuerbrände, Un& feinen, als wahrten die heiige Glut Unsichtbare priesterbXnde» ♦ . Nun ward es drinnen halt und still* Die flamme lodert triebt* ♦ ♦ ♦ In einem Ulinfeel brennt vielleicht, ♦ . ♦ Viellei cht! ♦ ♦ ein labrzeitlicbt* Berlin» Theodor Zloctstw

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