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Ost und West · 1903-04-01 · Heft 4 (April 1903) · p. Seite 281 - 282

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 4 (April 1903)
Article
Jüdische Volkslesehallen
Date
1903-04-01
Page
Seite 281 - 282 (sequence 3)
Language
German
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28t Dr. Th. Zlocisti: Jüdische Volkslesehallen. 282 tragen auf diesem Wege dazu bei, das Interesse zu wecken und die Lust, als Jude zu leben, anzufachen. Gelingt es aber, wieder „lesende Judenu zu schaffen, so wird auch ein reicheres neujüdisches Schrifttum sich entwickeln.. Nicht dass eine gesteigerte Nachfrage eine angeregtere Produktion hervorzaubert. So einfach liegen ja die Verhältnisse nicht. Nehmen und Geben verschlingen sich zu besonderer Wechselwirkung unter der wachsenden Wucht neuer grossjüdischer Ideale. Sollte die hastende Zeit aber die Müsse für grosszügige Werke nicht lassen, so wird sie die jüdische Journalistik auf höhere Basis heben. Denn der Entwicklungsgang der Weltpresse wird auch der ihre sein: dass sie für die grosse Masse die zentrale Bildungsquelle wird, ihr das Buch ersetzt . . . Ich aber würde mich freuen, wenn die Angst vor jüdischen Kenntnissen, Büchern und Zeitungen verschwände, und mein Freund, der Mathematiker, sich wieder ans Werk machen müsste, eine neue Unterscheidungsmarke für die Juden zu suchen. fsrads Krügling.*) (Zum paffabfeft*) Krohos und JSarde blüht auf meiner flur* Oer Dornftrauch welkt, es fchtvand der Diftel Spur. Wo fpiegelhelle Bache fliessen, Sieh die JVIyrte prangend fpriessen. Des ©artens Baum legt ab den Witwenfchleier, Und glänzt in froher Hüft, im Kleid der -feien Die Curtel girrt, die Her die fch wirrt* Huf ihrem poften ftehn lie wieder! O jauchzt in lauter -freude, Brüder! — Hus voller Kehle tönt ihr Jubeiball, Verkündend Oottes JVIacbt im Cdeltenall« jene mit leisem Klang, Diese mit fcbmettemdem Sang Zwitfcbert ein Hied aus der Seele Drang* In bunter pracht der -färben fteht, Im Schmuckgewand das Rosenbeet* Des Granatbaumes Blatterkranz Deckt ein f lor von roter Blut' und weissem ©lanz. 6s freuen fieb die freunde feiner praebt* 6s freut lieh fein, wer fcbläft und wacht. Und weht der Hbendwind mit kühlem Rauch, Dann perlt der Cau In Blut' und Strauch, Der Cau, erfrifchend, was erTchlafft, Terlechztem leiht er Kraft. Tom Often her glänzt das Licht. Die Sonne leuchtend Bahn ftch bricht. In meines Gartens grünem Raum Huffchoss ein Reis, hob lieh zum prächtigen Baum. O tönte mir der Ruf ins Ohr: Hus ^ifebars Stamme grünt ein Reis hervor! jviein 6lend hat mein freund erkannt, JSacb feiner Stätte liebend fich zurückgewandt! Der Srlöfung Stunde fchlug Dem, der hoffend feine -peffeln trug! *) Bis Uerlaller des bebräilcben Originals ijt akrottid>ttd> 1) a b u m ge* zeichnet. Uon denselben Dichter, der Ipäieltens im 13. Jahrhundert gelebt bat (Zunz, Seid), d. lynag. Poejie $. 4021, find noeb einige Gedichte bekannt, die ebenfo eine innige Uertrautbeit mit dem naturleben und die{elbe l)offnungsfreudiglceit für Israel bekunden. 6r gebort zu den bejten bebräilcben Dichtern des Ulittelalters. Die Ueberjetzung ilt von TO i cb a e 1 $ a cb $ (,Religiö[e Poefie der Juden in Spanien" II. flufl. S. 133); fie ilt dem bebräildKn Original in Sprache und Con lebr gut angepasst.

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