Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- Kaukasische Bergjuden
- Date
- 1903-03-01
- Page
- Seite 209 - 210 (sequence 3)
- Language
- German
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209 Kaukasische Bergjuden. 210 m w V rv:; >'' . \ ■■-4 Gebirgsjuden aus Kaukasiea. den Kaukasischen Bergjuden zurückzukehren, — so ist die Kenntnis des eigentlichen Hebräischen bei ihnen wenig verbreitet. Selbst mit den Rabbinern konnte unser Glaubensgenosse Juda Tscherny sich nur mit Schwierigkeit verständigen. Als Lehrer der Jugend walten, sobald sie kein Fleisch zu Schächten haben, die Schächter. Sie machen die Knaben mit dem Inhalt der Bibel bekannt, jedoch nicht mit dem hebräischen Text, sondern mit einer farsisch-tatischen Uebersetzung. Auch lernen die Kinder diesen Jargon lesen und schreiben. Was die eigentliche Landessprache anbelangt, so wird in den Dörfern ein muselmännischer Mulla (Geistlicher) dafür bezahlt, in den kleinen Städten ein kundiger Tatare, dass sie für die Einzelnen Briefe schreiben und Urkunden aufsetzen. Wenn man bedenkt, wie diese sonst ganz in den Sitten der Kaukasischen Bergbewohner aufgegangenen Juden für den Unterricht in der Bibel sorgen, so muss man ihre Pietät für das Judentum bewundern. Auch findet man in jeder jüdischen Gemeinde im Kaukausus Männer, welche die Bibel im Urtext lesen können. Wer bei den Bergjuden Schächter oder Rabbiner werden will, begiebt sich nach Derbend zu dem dortigen Oberrabbiner, oder in eine russische Stadt zu einem Rabbiner, der Hatoras haurooh oder Kabbolo geben kann. — Die Zahl der eigentlichen Bergjuden beträgt gegenwärtig etwa 30000. Die grösste Gemeinde ist die von Kuba, wo die Juden an dem Nordufer des Flusses, an welchem Kuba südwärts liegt, in einer Art Vorstadt zusammen wohnen und, wie alle Bergjuden des Kaukasus, eine eigentümliche, orientalische Kleidung tragen. o Ich will Dir Tagen, wie es kommen wird. Hn einem f*rühlingsabend wird es fein, Mit kühlen Winden und mit blaffen Sternen, Verfchlafen werden die Cypreffen nicken Und von den Gärten wird ein Duften gebn, Da wird das Hied von unfern beiden klingen» Bin prauenmund mit roten Blumenlippen, Km die der Rauch verraufcbter Külte webt, mird flrmend untre grossen Schmerzen klagen Im müden JWrdbtnton: Bs war einmal« Und grosse Blicke werden leidvoll gebn HusHugen, die wie unfre lind, und nicht wie unfre, Denn in den Hu gen wird ein keuchten fein es fein. Von einer preibeit, die mein F>erz nicht kennt Und deines nicht und niemals kennen wird« Und die es hören, werden nicht verfteben Und nicht begreifen, kleine Kinder obren, In denen nur der Klang von Niedern liegt, Die beiss und lachend, wie die Sonne find« Doch in die Hugen, die voll prägen ftehn, Wird fich ein fcbeues meinen ahnend fcbleicben« Dann haben untre Hugen lange ausgeweint Und unfre Herzen lange ausgefchlagen« Hn einem prüblingsabend wird es fein« Mit kühlen Winden und mit blassen Sternen« ß« Samuel«