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Ost und West · 1902-09-01 · Heft 9 (September 1902) · p. Seite 635 - 636

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Journal
Ost und West
Volume
2 (1902)
Issue
Heft 9 (September 1902)
Article
Makarka
Date
1902-09-01
Page
Seite 635 - 636 (sequence 10)
Language
German
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635 R. M. Chin: Makarka. 636 verschlang und stöhnte leise. Ueber dem Grab erhob sich schon ein Hügel. Alle waren schon auseinandergefahren, sogar die Armen, nachdem sie eine reichliche Gabe erhalten hatten, waren schon fort, und sie rührte sich noch immer nicht. Abram Markowitsch nahm ihre Hand: — ..Höre auf, Channa", — sagte er —, das ist Sünde, Du nimmst ihm den Frieden." . . . Und fast mit Gewalt führte er sie von dannen. Und allein war Makarka zurückgeblieben, in dem allen Menschen gemeinsamen „Ansiedelungsrayon". Eine alte, geborstene Weide breitete ihre von der untergehenden Sonne vergoldeten Zweige über ihn, und die Vögel, die .sich auf den schönen Kranz von Immortellen und Rosen versammelten, begannen verwundert über ihm ihr ewiges Lied zu zwitschern. . . . Hbasv er -Gedichte. Hbasver und Heber* (Vision am Meere.) Hm fernen Horizonte 6ine Spalte blassen Lichts, Durch die ein nordischer Sommertag Der ]^acht bei ihrem Treiben zusieht, CUie sie JVleer und Land Zu gleicher Zeit liebkost, In ihre schwarzen Lochen beide hüllt» Hucb ich versenke meine Blicke Immer tiefer in d'e tiefen Schatten, Hls läge meines Daseins Lösung Huf dem Herzensgrund der JNacbt. Da plötzlich, einem sterbensmatten -palter gleich, Kriecht auf mich zu 6in schwarz besegelt Boot, Sein grünes Huge Vorn üfcer'm Kiel Oeterstreicbt mit silbergrünem Glanz Die dunklen fluten, Zum fahlen Spiegel wird Das JVteer zu meinen Rüssen* ♦ ♦ ♦ Ich blick' hinein und seh' mein Bild, — Doch nein, nicht meines! COohl sind's dies. Iben Hugen, Voll frag' und Leid in ihren Ciefen, Derselbe JVlund, ein Siegel grossen Schweigens, Dasselbe junge jMienenspiel Ueber'm langen, weissen Bart, — Und doch anders! Crotzfunken sprühen aus den Hugenschlünden, r>ohngeläcbter nistet auf den stillen Lippen, Und im greisen ^fünglingsantlitz Zuckt und zerrt die Leidenschaft ♦ . . Ich bin es nicht! Ich bin nicht ich! Bin andrer ist mein Spiegelbild, Bin selbst ein andrer, — Heber bin ich, Gliscba ben Hbuja, Bin Hbasver und Heber, Beide sind wir eins, Jahrtausende schon eins ♦ . ♦ Und ich, ich wusst' es nicht! Da wendet sich das Boot, Sein Huge kehrt sich ab, Sein Segel löst sich auf in JNacbt, Das jvieer ist wieder schwarz Und strahlt mir kaum Sin dunkles Bild entgegen« * ♦ Beklommen tret* ich fort vom Strand Und zieh' landeinwärts, gegen Süden« . ♦ * Ihr und leb* Ihr habt mir das Schwert aus den Händen gewunden, Die Krone gerissen vom Königshaupt, Ihr habt mir den Rücken krumm gebunden, Den kecken, den siegenden Blick geraubt! Ihr habt mich aus einsamer Robe gestossen, In Wimmtlnde Ciefe hinabgedrängt, Ihr habt meinen Stolz, den reinen und grossen, In Schmutz und Schlamm und Sumpf ertrankt! Ihr habt mich gehalten in dumpfen Verliessen Und habt mir gestohlen die jauchzende Welt, Ihr habt mich betrogen um's ©lückgemessen Sind habt mir den Sinn meines Lebens entstellt! So will ich 6uch fluchen und will Such hassen! — Doch nein! — ich entkam ja der Schmach und J^ot; Wohl könnt Ibr's in Surem Dünkel nicht fassen, Wie blutend Leben weiter lobt: Bus meinem Kerzen bab' ich gesogen Viel sonnige faden so fein und fest, Sind bab' mir daraus zusammengewoben Sin neues, lauschiges Weltennest. Hus meinem Geiste bab' ich geschmiedet fäir hurtig Krone und Schwert zugleich, JSfun rag' ich aufrecht und glanzumfriedet In meinem jungen Gedankenreich* Clnd hole aus tiefen Seelenverstecken JVIein Wollen, den zeugenden Sturm, hervor, Ich lass' ihn wirbeln und lass' ihn wecken Hus Hhnen und Denken die Cbaten empor! ♦ ♦ * So will ich Buch segnen und will Such lieben, Soviel und so schwer Ihr gesündigt an mir! Denn ich bin das siegende Opfer geblieben Und reueverfallene Renker Ihr!

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