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Ost und West · 1902-08-01 · Heft 8 (August 1902) · p. Seite 575 - 576

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Journal
Ost und West
Volume
2 (1902)
Issue
Heft 8 (August 1902)
Article
Revue der Presse
Date
1902-08-01
Page
Seite 575 - 576 (sequence 3)
Language
German
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575 Revue der Presse. 576 schon wird derselbe nach Jerusalem übersiedeln und seine Thätigkeit hier beginnen. * * „Vossische Ztg.", 28. Juli 1902. Der Professor an der evangelischen Fakultät in Wien, Herr Dr. Sellin, ist auf einer wissenschaftlichen Forschungsreise durch Palästina begriffen, die er mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften unternommen hat. Von Dr. Sellin ist nun, wie das „N. W. Tagblatt" meldet, letzter Tage ein Bericht in Wien eingelaufen, der ausführliche Angaben über die Funde und Entdeckungen des Gelehrten enthält. Dr. Sellin ist bei einer der von ihm vorgenommenen Grabungen auf die Burgmauern eines salomonischen Schlosses gestossen; auch dessen Festungsthor wurde gefunden. Ausser diesen historisch sehr interessanten und bedeutsamen Funden gelang auch bei der Freilegung einer Begräbnisstätte israelitischer Kinder die Entdeckung eines aus dem Naturfelsen herausgearbeiteten Altars. Die Festungsmauern in Taanak, die Sellin gleich am Beginne seiner Expedition fand, wurden thatsächlich als die Umfangsmauer der alten kananitischen Stadt festgestellt. Seinen grössten Erfolg errang der Gelehrte, wie erwähnt, in der Auffindung des salomonischen Schlosses. In Anbetracht der Wichtigkeit dieses Fundes liess der Forscher einen sehr genauen Plan anfertigen, weil hier zum erstenmal ein Muster der so oft in der Bibel erwähnten, von den israelitischen Königen aufgeführten Burgen gegeben ist. Femer wurden zwei Schächte aufgegraben, die eine solche Fülle an Material boten, dass es möglich ist, mit aller wünschenswerten Deutlichkeit ein umfassendes Bild von der Kultur der vorisraelitischen Bewohner des Landes zu entwerfen. Am Schlüsse seines Berichtes erwähnt Dr. Sellin, dass der ganze Mai in Palästina auffallend kühl und angenehm war. Derselben Zeitung wird aus Wien berichtet (31. Juli 1902): Professor Sellin ist von seiner Palästina-Reise zurückgekehrt. Er deckte auf dem Teil ta annek in der Jesreel-Ebene die drei bis vier Jahrtausende alte kananitische Burg, ferner zwei israelitische Festungen und ein arabisches Schloss sowie Kult- und Begräbnisplätze auf. Unter vielen wichtigen und interessanten Einzelfunden, die dabei gemacht wurden und die vor allem in Thonwaren, Bronzegeräten, Götterbildern und Skarabäen bestehen, hat wohl besonders hervorragende Bedeutung ein israelitischer Räucheraltar, der mit sechs Cherubin und vier Löwen geschmückt ist, zwei mythologische Wandbilder trägt und bis jetzt ganz einzig in seiner Art dasteht. Berliner Tageblatt (1. August 1902). Das rumänische Handwerkergesetz und das englische Unterhaus. Im englischen Unterhaus war gestern das Vorgehen der rumänischen Regierung gegen die jüdischen Handwerker, das wir schon wiederholt kritisch beleuchtet haben, Gegenstand einer Anfrage, in deren Beantwortung Unter Staatssekretär Cranborne erklärte, dass die ausschliessliche Anwendung des in Rede stehenden Gesetzes auf die Juden gegen den Berliner Vertrag Verstösse. Es wird darüber telegraphiert: Hayter stellte die Anfrage, ob das im März in Rumänien erlassene Gesetz, welches die Beschäftigung jüdischer Arbeiter verbietet, in Uebereinstimmung mit den Bestimmungen des Berliner Vertrages sei, und ob die britische Regierung gegen dieses Gesetz Einspruch erhoben habe. Cranborne erwiderte, das in Rede stehende Gesetz beziehe sich auf alle Ausländer in Rumänien und erwähne nicht besonders die Juden, doch wenn das Gesetz lediglich gegen die Juden, angewendet werde, so gehe die Ansicht der Regierung dahin, dass das Gesetz mit Artikel 44 des Berliner Vertrages unvereinbar sei. Der englische Gesandte in Bukarest habe über diesen Punkt bei der rumänischen Regierung in freundschaftlicher Weise Vorstellungen gemacht und werde fortfahren, im Interesse der Juden zu thun, was er könne. Eine merkwürdige Transaktion berichtet „American Israelite" aus New York: Eine Anzahl von Reform-Juden kauften für 13 500 Dollars die Union Avenue Baptist Church in Greenpoint bei New York in der Absicht, das Zuströmen von orthodoxen Juden nach diesem Stadtteil zu verhindern. Einige orthodoxe Juden hatten sich vor drei Jahren dort zusammengefunden und hielten ihre Gottesdienste in gemieteten Räumen ab. Vor wenigen Wochen entschloss sich die inzwischen etwas vergrösserte Gemeinde, das genannte Gebäude für 13 000 Dollars zu kaufen. Sie bezahlten 500 Dollars und verpflichteten sich, eine weitere Zahlung von 3000 bald darauf zu leisten. Diese Zahlung erfolgte nicht zur festgesetzten Zeit, und während der folgenden Unterhandlungen entschlossen sich eine Anzahl von Reform-Juden, die in der Nähe ihre Geschäfte hatten, das Haus für 13 500 Dollars anzukaufen. Dieses im übrigen nicht unverständliche Vorgehen, für welches sich auch andererseits Parallelen finden lassen, sollte zu denken geben. m*^/>u^m^+0f*^^e^ß^ßi^^m ^fi^^*tf*t**^*^0 Abonnementspreis für das Halbjahr in Deutschland und Oesterreich Mark 3,5<>> *ür das Ausland Mark 4,— für Russland ganzjährig 4 Rubel, halbjährlich 2 Rubel. Einzelhefte ä 35 Kop. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, durch alle Postämter des Deutschen Reiches unter No. 5785a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift. Anzeigen 50 Pfg. die vier gespaltene Petitzeile, grössere Anzeigen nach Tarif, bei Wiederholungen Rabatt, Stellen-Gesuche und -Angebote zum halben Preise. Adresse für die gesamte Korrespondenz: S. CALVARY & Co. (Inh. HUGO BLOCH Sc Dr. F. GOTTHELF) Verlagsbuchhandlung und Antiquariat, Berlin NW., Heue Wilhelmstrasse L ^^M^M^M^M^M^M^M^^M^^M^)M»rV^M^ Verantwortlicher Redakteur: Leo Winz, Berlin, Altonaerstr. 36. — Verlag von S. Calvary & Co., Berlin NW. 7. Druck von Pass & Garleb, Berlin W 35.

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