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Ost und West · 1902-08-01 · Heft 8 (August 1902) · p. Seite 541 - 542

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Journal
Ost und West
Volume
2 (1902)
Issue
Heft 8 (August 1902)
Article
Die Bodenreform in Israel
Date
1902-08-01
Page
Seite 541 - 542 (sequence 4)
Language
German
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541 Adolf Damaschke: Die Bodenreform in Israel. 542 währen. Die politischen Verhältnisse waren gewitterschwül. Die beiden Weltmächte jener Jahrhunderte, das uralte Aegypten und das neuaufstrebende Babylon, rüsteten zum Entscheidungskampfe. Die kleinen Staaten, die zwischen beiden lagen, schwebten in banger Sorge. Es war ein Ringen an den Höfen der kleinen Staaten, wie wir es jetzt etwa bei den asiatischen Völkern sehen, bei denen russischer und englischer Einfluss gegen einander kämpft. Zumeist standen ihre Sympathien auf seiten Babylons. Die Philister im Süden Palästinas hatten dem Vordringen der Aegypter auf asiatischem Boden hartnäckigen Widerstand geleistet; erst nach jahrelangen Kämpfen waren Gaza und Askalon gefallen. Nun rückte der Pharao Necho mit einem gewaltigen Heere nach Norden. Er wollte eine schnelle Entscheidung am Euphrat herbeiführen und bot deshalb dem König Josia Neutralität an. Aber Josia vertraute auf den neuen Geist, der in seinem Volke lebendig geworden war. Trotz der ägyptischen Uebermacht nahm er im Thale von Hadad Rimon im Felde Megiddo die Schlacht an. Es ist die letzte grosse Feldschlacht, die Israel schlug. Bei der grossen Liebe, die Josia im Volke hatte, wird Israel in dieser Schlacht gethan haben, was es vermochte. Aber die ägyptische Uebermacht war zu gross, und als der König selbst durch einen Pfeilschuss schwer verwundet wurde, ging die Schlacht verloren. Josia wurde nach Jerusalem geführt, und er starb, damit, wie die Prophetin Hulda ihm gesagt hatte, er das Verderben nicht sehen sollte, das nun über sein Volk hereinbrach. Inwieweit Josia auch die Bodenreform im einzelnen durchgeführt hat nach den Büchern Moses', berichten die Bücher der Könige und die Chronika nicht im einzelnen. Aber dass Josia auch auf sozialem Gebiete reichen Segen gestiftet hat, das geht aus dem Eindrucke hervor, den sein Tod im ganzen Volke hervorrief. „Ganz Juda", heisst es darüber, „und ganz Jerusalem trug Leid um Josia, und Jeremia klagt um Josia, und alle Sänger und Sängerinnen redeten ihre Klagelieder über Josia und machten eine Gewohnheit darüber in Israel." Und noch lange nachher, als der Prophet Sacharja, Kap. 12 u. s. w., z. B. das höchste Maass des Wehes veranschaulichen will, so sagt er: „Es wird eine Klage sein zu Jerusalem, wie die war bei Hadad Rimon im Felde Megiddo." Und hören wir, was Jeremias von Josia zu sagen weiss. In. seinen heftigen Anklagen gegen den unglücklichen Sohn des Königs heisst es (22, 10. 13. 16. 16.): „Weinet nicht über die Toten, weint aber über den, der dahin ziehet, denn er nimmer wiederkommen wird, dass er sein Vaterland sehen möchte; so spricht der Herr. Wehe dem, der sein Haus mit Sünden bauet und seine Gemächer mit Unrecht; der seinen Nächsten umsonst arbeiten lasset, und giebt ihm seinen Lohn nicht. Meinest du, du wollest König sein, weil du mit Gedern prangest? Hat dein Vater nicht auch gegessen und getrunken? und hielt dennoch über dem Recht und Gerechtigkeit, und ging ihm wohl! Er halt dem Elenden und Armen zu Recht, und ging ihm wohl. Ist es nicht also, dass solches heisst. mit Recht erkennen? spricht der Herr." Den Untergang des Volkes, das seine sozialen Grundlagen verloren hatte, im einzelnen zu schildern, erübrigt sich wohl. Wir alle kennen den Tag des Zornes, an dem babylonische Krieger die Brandfackel in den salomonischen Tempel werfen konnten..... Die Erlösung* (Aus dem Cyklus „Acher".) Und zu dem (3rab, daraus die flamme schlug Und weiss den blauen I^ondglanz übersebien, Crat )>Ieir, Hcber's freund und Schüler, hin, Bin J*Tacbtiger, der die Strablenhrone trug Der Gottgerechten, und dem doch verliehn Urschauen war und tief der schwarze f lug Ins andre Reich« Der kam und sprach: „Genug!", Und hob den Hrm mit seltsam starkem Zieb'n, Hls wollte er die flamme fassen, heben, Und sie entreissen: guten oder bösen Dämonen. Und er schwur: „OClenn jetzt zur Stunde 6r dich nicht lost, so will ich dich erlosen." Da legte 6ott die Rand auf Hcber's GCtunde* Die flamme starb» Und )V[eir sah das Heben. Martin Buber.

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