Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 8 (August 1902)
- Article
- Der Spruch der Einwanderungs-Kommission
- Date
- 1902-08-01
- Page
- Seite 515 - 516 (sequence 6)
- Language
- German
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515 Der Spruch der Einwanderungs-Kommission. 516 auch sonst alle Hindernisse in Wegfall kommen, mit denen wir in türkisch regierten Ländern zur Zeit noch rechnen müssen. (Besonders gehen Landkauf und Pacht in absolut geregelter Weise vor sich.) Und schliesslich liegen für die-Entwickelung einer jüdischen Autonomie und für die Herausbildung einer jüdischen Bevölkerungsmehrheit die Verhältnisse ausserordentlich günstig. Was die Nähe zu Palästina betrifft, so sei noch bemerkt, dass man die Insel von den höchsten Bergesgipfeln der syrisch-palästinensischen Küste sehen kann, und dass der entfernteste Punkt der Insel immer noch 50 km näher zu Palästina liegt als der nächste Punkt der sogenannten „ Euphratgrenze". Wie nach alledem Zionisten im Zweifel sein können, ob Argentinien oder Südafrika oder Cypern der Vorzug zu geben sei, ist um so wunderbarer, als das Cypernprojekt aus mehr Gründen, als ich hier anführen kann, den Weg nach Palästina bedeutet. Vor einigen Jahren hat man es fertig gebracht, sich über alle diese Vemunftgründe hinwegzusetzen, weil sie zu acceptieren Arbeit bedeutet hätte, die man damals wohl für vorzeitig hielt. — Ich stelle das Projekt nochmals zur Diskussion. Vielleicht ist seine Zeit gekommen. D. T. Hbasver-Gedicbte* ■fluch Dir, Hbasver, JVIein sündiger Liebling, fluch Deinem ßerzen, fluch den Gluten, Die in Strömen ohne 6nde Ihm entfluten! Ihrem Haufe offne sich Kein ladend Bett, Hn ihrer Quelle schon Tersteine sie Bin donnerndes „ftinweg!" Und stosse sie Hls tote Lava In Deine Brust zurück Zu neuem Glüb'n! 6ott flucht Hbaswr. Und willst Du Deinen OTeltenliebesdurst In einem Cbränenscbauer löschen, So verdampf auch er Im beissen Odem Deines Bluts, Und senke sich Hls glüb'nder JSfebel In Deines Gerzens Rolle, Sie beisser noch zu heizen, Und steige wieder auf, Gin feu erb auch, Dein FHrn sengend! Dann greifst Du wild In Deine Brust Und fassest Glutenstücke, Und wirfst sie aus, Und läufst, entläufst Vor Deiner Hiebe, Und kannst nicht weinen, iUeil sie nachwächst Tausendfach in Dir! Da reckst Du Dich empor, ]Mein sündiger Liebling, Und ballst die f aust Gen meinen FHmmel, Und lachst, und lachst, <Uie niemals noch ein Mensch gelacht, Und wirst im Hachen inne, Wie stark ich fluchen kann! Hus Cräumen geweckt 3tto die tausend Renschen fronen, Hus dem stolzen Hrbeitshaus, Blitzen hundert weisse Hugen In die blaue JSacbt hinaus» Und die hundert weissen Hugen Blitzen über Wies' und feld, Blitzen, ohne viel zu fragen, In verbot'ne Gräberwelt« CUo ich, müde, eine Uleile Ueber Grüften sass und sann, Und sie wecken mich aus Cräumen, Deren Zauber mich umspann Im (Halde. Seltsam sonnenfremdes Licht Sickert durch die 6rdenporen, Schleicht so grau an mir hinan, Und ich stehe wegverloren, Such* im wirren Reigentanze Greiser Bäume meine Bahn» Und die Hlten schütteln still Ihre blätterschweren Kronen, Wo in dumpfer JHestesrub* Scheue QXaldesrätsel wohnen, Und sie raunen, und sie flüstern Hrmer, armer Sucher Du!