Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1902)
- Article
- Die Emigration im Golus
- Date
- 1902-06-01
- Page
- Seite 389 - 390 (sequence 5)
- Language
- German
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389 Alexander Hausmann: Die Emigration im Golus. 390 sonstigen notwendigen Gemeinanstalten zu unterstützen. Dies alles würde viel Geld kosten und ist so sehr von der Einsicht (und dem guten Willen zur Einsicht) der massgebenden Faktoren abhängig, dass man das Ganze vorerst als Zukunftsmusik betrachten kann. Aber etwas Hesse sich schon jetzt bei geringstem Kostenaufwande und bei nur etwas gutem Willen durchführen. Im Wiener Arbeitsnachweis melden sich jährlich etwa 5000—6000 Personen um Arbeit an, lauter Leute, die auf der Suche nach Erwerbsgelegenheit zum notwendigsten Lebensunterhalte in die Grossstadt gezogen sind. Kaum ein Drittel von ihnen erhält durch Vermittelung des Amtes Arbeit, die übrigen bleiben dem grössten Elende preisgegeben und müssen weiter ziehen, um anderwärts — und vielleicht wieder vergeblich — um Arbeit zu flehen. Wenn die rumänische Welle kommt, dann ist der Andrang im Amte so gross, dass sich die Beamtenschaft keinen Rat zu schaffen weiss. Nun wird nach Beendigung des Burenkrieges durch Wiederaufnahme der Betriebe, durch Aufbauung und Nachholung dessen, was durch den Krieg zerstört und versäumt worden ist, in Südafrika eine gewaltige Nachfrage nach Arbeitskräften entstehen. Die Herren vom .„Bnei Brith" können sich Verbindungen zu den Besitzern der Minen und der anderen Betriebe und Unternehmungen oder zu den Personen, welche auf sie Einfluss haben, verschaffen. Diese Verbindungen könnten sie dazu benutzen, um bei der gewaltigen Arbeitsnachfrage einige Hunderte oder sogar Tausende von Handwerkern und Arbeitern, denen das Wiener Amt keine Arbeit verschaffen kann, unterzubringen. Der Erfolg wäre nicht nur die Versorgung einiger Hunderte oder Tausende notleidender Juden, was an und für sich unendlich viel und der grössten Anstrengungwürdig ist, sondern es könnte noch zur Folge haben, dass die Versorgten, wenn sie wirklich für sich und andere günstige Bedingungen materieller und sonstiger Entwickelung vorfinden, Verwandte und Bekannte ins Land ziehen würden, und damit automatisch ein Teil der Auswanderung nach Südafrika geleitet würde. Die Herren vom „Bnei Brith" haben sich zur würdigsten Form von Hilfeleistung, nämlich durch Arbeitsvermittelung, emporgerafft und damit von der bisherigen Almosenphilantropie der reichen Juden einen bedeutenden Schritt nach vorwärts gethan, sie mögen den guten Willen und den Mut haben, weiter zu gehen und auch für diejenigen Juden zu sorgen, die sich nicht unmittelbar um ihre Hilfe an sie wenden! Hhasver's Ihr glaubt, ich Ucbze na* dem Cod..... Ist Cod Versiegen nicht des Lebens, Und Leben nicht Gin wunderbarer ewighciten-Cranh, €in febäumend Dursteslöschen Bei sonnengoldner Becher Klang, ein Uchtes Crunhensetn, Niemals zu lang? — Und ich sollt" sterben wollen? Ihr glaubt, ich lechz' nach Ruh'...... Solang' ich meine Geistesfaust Berniedersausen lassen kann Huf spröde 6wigheit, Und eingraben meine ftlillenshrallen Ins warme fleisch der Zeit, Solang' ich harren kann und stürmen, Und lodern hann in Kuss und Streit, — Solange brauch' ich heine Ruh'! Ich mag' nicht "Cod, ich mag' nicht Ruh'! das mir die pulse hetzt, Cttas mir die f urebensebrift Ins Hntlitz hat geatzt, 6s ist das bange Schauen In eurer Bliche Stummes Grauen Sehnsucht* Vor meiner Hrt; 6s ist das 6cbo 6ures Bobns, I* batt' ein Berz aus Stein und 6is, do ich ein Gären doch und Gluten In meinem Innern weiss; 6s ist der halte Griff der Hngst, Die an mir bangt und mit mir schleicht Durch all' die weiten, Berzenfernen einsamheiten JMcines Cdeg's* Oh, war' ich endlich schon am Ziel, Dass dieser Spuk vorbei Und meiner Seele ]Sicbt mehr so bange sei, Dass 6urer Hugen Belle Griisse Gläubig zu mir gleiten Und meines Schaffens Spur freunden gleich geleiten! Oh, wär' ich schon am Ziel! Ich will nicht sterben, Ich will nicht rub'n, In 6urer Liebe will ich leben Und meine ^Clünder tbun!