Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1902)
- Article
- Die Juden in Yemen
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 341 - 342 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2583875-2583890-2583896-2585494--01664-2585562- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
341 Hermann Burchardt: Die Juden in Yemen. 342 Jerim, ebenso in dem Redda. (Phoiogr.) Ungefähr 2 km von Redda entfernt liegt ein höchst romantisch gelegenes Judendorf, El Girahe. Hohe Felsen hängen über dem aus wenigen Häusern bestehenden Ort Die Bewohner beschäftigen sich ausschliesslich mit der Anfertigung von weit und breit wegen ihrer Güte begehrten Töpferwaren. Die Juden hier haben in der Kleidung schon etwas Beduinenartiges an sich. Auf mein Befragen sagte man mir, dass es bis weit in das Innere hinein Juden gäbe, die mit den Beduinen herumzögen. Die Araber meinten: „Die Juden hier sind gar keine Beni- Irail, es sind Araber, die das Judentum anganz im Osten gelegenen genommen haben. (El Jehüd musch min Beni Israil, hum Arab tahävadu.) Auch der Imän von Sade, ein Abkömmling der früher das ganze Yemen beherrschenden Imäne, welcher jetzt beständig gegen die Türken den Gihad (heiligen Krieg) führt, soll mehr Vertrauen in die Juden setzen, als in die Araber und sich deswegen mit jüdischen Dienern umgeben haben. Zu verwundern ist es, dass der Wohlthätigkeitsdrang der europäischen Juden und der Allianzen sich fast ausschliesslich nach Palästina. Syrien und den Mittelmeerländern wendet, von der grossen und unverdorbenen jüdischen Bevölkerung des Yemen aber gar keine Notiz zu nehmen Jüdischer Silberschmied aus Sana'a, scheint Hauptstadt des Yemen. Die Illustrationen zu diesem Artikel sind nach Original-Aufnahmen des Verfassers.