Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Revue der Presse.
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 71 - 72 (sequence 3)
- Language
- German
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71 Revue der Presse. 72 sein Christentum, so sei der Uebertritt lediglich eine äussere Form, die der Majorität und dem Vorurteil zugestanden werden müsse. — Die heftigsten Pamphlete seiner Feinde haben dem Judentum nicht ärger en Schad en gethan als j en er Aufsatz Mommsens. Nur zu eifrig wurde sein Rat befolgt. Seitdem besteht ein nicht geringer Teil der deutschen Professoren aus getauften Juden, die bei Zeiten den „klugen" Schritt gethan, der sie an das Ziel ihrer Wünsche brachte, freilich um den Preis einer That, die ihre männliche und wissenschaftliche Ehre auf keinen Fall gehoben hat. Um so rühmlicher ist die charaktervolle Haltung jener Männer, die keine Verlockung in der Treue gegen die Glaubens- und Stammesgemeinschaft, in der Treue gegen sich selbst wankend macht, denen ihre Würde nicht um Würden feil ist. Die massgebenden Stellen können unmöglich so harmlos sein, nicht zu wissen was auf das frischgebackene Christentum jener strebsamen Gläubigen zu geben ist, die ihr Herz gerade in dem Augenblick entdeckten, als es von Vorteil war, aber man hält es für geraten, sich zu stellen, als wenn man es nicht wüsste. Indem man mit dieser Haltung, entsprechend dem Verhalten in allen Zweigen der Verwaltung, einerseits „Strömungen in weiten Kreisen der Bevölkerung" entgegenkommt, befördert man auf der anderen Seite eine verächtliche Heuchelei und erzieht geradezu zur Lüge. — Die mehr oder weniger systematische Ausschliessung des Juden von der akademischen Karriere und Beförderung des Getauften, die Bestrafung der Glaubens treue und Belohnung des Abfalls, das ist die Konfessionslosigkeit der reinen freien Wissenschaft in Deutschland. Hier ist ein ganz anderes Material zur Entrüstung als der vereinzelte Fall Spahn. . . . Ein Jude kann also, so sehr er über die Freiheit der Wissenschaft schwärmen mag, sich über den Fall nicht sonderlich erregen. Die Behandlung seiner Person, seiner Religion, seiner Wissenschaft zeigt ihm zu oft, dass man den Spahn im fremden Auge sieht, aber nicht den Balken im eigenen. An unsere russischen Leser! Wir sind in der Lage, unsere verehrten Abonnenten in Russland von folgendem Entgegenkommen der Kaiserlich-IHISSiSCllGIl Post-Direktion in Kenntnis zu setzen: Nach einer uns soeben zugegangenen, vom 23. November (5. Dezember) datierten Mitteilung des Kaiserlich-Russischen Ministeriums des Innern werden vom Januar 1902 ab sämtliche Central-Postämter m Russland Abonnements auf jyOst UllCl lflfCSt** entgegennehmen, und zwar: St Petersburg, Moskau, Warschau, Odessa, Riga, Wilna, Kiew, Charkow, Nishny-Nowgorod No. I, Kasan und Tifiis. Unsere Leser in der Provinz, welche Ost und West" durch die Vermittlung der Post beziehen wollen, haben den Betrag des Abonnements einem der elf obengenannten Centrai-Postämter einzusenden. Für die Versendung (aus einer der obengenannten Städte) ins Innere des Reiches wird seitens der Post zu dem für „Ost und West" angegebenen Preis noch eine Zustellungsgebühr erhoben. Anmerkung« Reklamationen über nicht erhaltene Hefte von „Ost und West" müssen bei der Post umgehend erfolgen, d. h. gleich nach Empfang des nächstfolgenden Heftes. Nachforderungen aus früherer Zeit bleiben unberücksichtigt. i^mf^*^^4\\i*+mf*+^^^tt^m/^\^^*^i^mf<*+^^ti^+^*0H+^*^t^ Abonnementspreis für das Halbjahr In Deutschland und Oesterreich Mark 3,50, für das Ausland Mark 4,— für Russland ganzjährig 4 Rubel, halbjährlich 2 Rubel. Einzelhefte ä 35 Kop. ----.---.-.-Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, durch alle Postämter des Deutschen------------ --------—•--- Reiches tinter No. 5785a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift. —--------------— Anzeigen 50 Pfg. die viergespaltene Petitzeile, grössere Anzeigen nach Tarif, bei Wiederholungen Rabatt. Stellen-Gesuche und -Angebote zum halben Preise. Adresse für die gesamte Korrespondenz: S. CALVARY & Co. (Inh. HUGO BLOCH & Dr. F. GOTTHELF) Yerlagskucnhandlung und Antiquariat, Berlin HW„ Heue Wilhelmstrasse L ^V^^A^^^V^^^^wi^^^^^^^pA»^^"^1^ ^/^^^^»■N^W^^^^^^^w^^^^p^^^^^^p^f^p Verantwortlicher Redakteur: Leo Winz, Berlin, Altonaerstr. 36. — Verlag von S. Calvary & Co., Berlin NW. 7. Für den Anzeigenteil verantwortlich: Hugo Bloch, Berlin. — Druck von Pass & Garleb, Berlin W 35.