Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Jüdische Spar- und Vorschusskassen
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 39 - 40 (sequence 2)
- Language
- German
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39 Jüdische Spar- und Vorschusskassen. 40 durch Einzelne ist nämlich ein ganz gewaltiger Riegel vorgeschoben; Jeder Anteilinhaber besitzt nur eine Stimme für 1—10 Anteile. 11—50 Anteile berechtigen zu zwei Stimmen. Jede höhere Anzahl als 50 Anteile berechtigt zu drei Stimmen; mehr als drei stehen niemandem zu. Nun noch Einiges zum Schlüsse. Trotzdem das Institut nur mit dem kleinen'Mann arbeitet, kam es noch nie auch nur zu einem Heller Schaden. So sieht die jüdische Korruption aus. Es möge daher diese wirklich erfreuliche und segenbringende Thatsache unter unsere hartbedrängten und allerorten boykottierten Stammesgenossen dringen und sie anspornen, ähnliche Institute ins Leben zu rufen. Sie mögen sich endlich von der sklavischen Abhängigkeit von den „Grossen" in Israel emanzipieren. Und werden solche Institute allerorten bestehen, so können sie mit der Zeit ein ganz gewaltiger Faktor des Gesamtjudentums werden. Sie werden zur Einigkeit verhelfen und verhindern, dass so viele brauchbare und tüchtige Elemente dem Judentum und der Menschheit verloren gehen. Das walte Gott! Ein zweiter Artikel über jüdische Spar- und Vorschusskassen in Russland folgt im nächsten Heft. *) Im Wesentlichen beruht der Bank-Kredit, den das Institut geniesst, darauf, dass die Banken die mit entsprechender Bürgschaft versehenen Schuldverschreibungen der Kassen-Mitglieder als ein kreditwiirdiges Objekt ansehen und entweder direkt beleihen oder der Kasse nach Maassgabe ihrer Operationen Kredit einräumen. Zu bemerken ist gleichzeitig, dass die Mitglieder für die erhaltenen Darlehne 6% Zinsen zu zahlen haben. M. P. Klodt. Betender Jude.