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Ost und West · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. Seite 921 - 922

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
Ein Kampf um Hellas
Date
1901-12-01
Page
Seite 921 - 922 (sequence 5)
Language
German
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921 Dr. med.'Theodor Zlocisti: Ein Kampf um Hellas. 922 «dalischer Roheit ausgemerzt ward alles, was ans Judentum gemahnte. Ihre Brüder wurden hingeschlachtet; die Frauen geschändet, gemordet, Kinder fortgeschleppt — aher sie frohlockten. Dieser Schmach, dieser Unterdrückung der fremden Kultur im Namen der Kultur, die zur Kulturlosigkeit verödet war, setzte das Geschlecht der Makkabäer ein Ende. Der Judenschmerz, der sittliche und physische, war hier wie immer der Antrieb zur Arbeit für die Juden. „Wenn auch alle Völker im Reiche des Königs die Kultur ihrer Väter verlassen, ich und meine Söhne und Brüder wollen wandeln in dem Bunde unserer Väter." Und der Sieg krönte ihre Waffenthat, zu der sie schritten, ohne die Möglichkeit des Erfolges hin und her zu erwägen, allein im Vertrauen auf die gerechte Sache, die sie vertraten. Sie waren die ersten Verfechter des weltumspannenden kulturellen Nationalgedankens. Freilich war ihre Schar zu klein; und die Welt war noch nicht reif für diese Idee. Da war es, dass ein neues Prinzip ganz im Sinne der Zeit seinen Siegeszug antrat: der Gedanke Christi. Indem er sprach: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt", sog er aus dem realistischen Judentum den immer schärfer herausgekehrten Eingottbegriff und steigerte die Unsterblichkeitsidee zur Jenseitssehnsucht. Indem er sprach: „Wer ist meine Mutter und meine Brüder", entnahm er dem Hellenismus den Gedanken der Auflösung der Familienbande und somit der Nationen, den Gedanken des Weltbürgertums. Die Vereinigung dieser beiden Ueberzeugungen, die damals ringsum lebendig waren, war das Christentum, das kam: nicht aufzulösen, sondern zu erfüllen, d. h. die Konsequenzen der Gegenwart zu ziehen.-- Wenn wir heut an Stelle der cnanukkahfeier die Makkabäerfeier setzen, so ist das kein Spiel mit Worten. Indem wir statt der wohl sagenhaften Mär vom Oelkrüglein die Heldenthat der Makkabäer als den Quellpunkt unserer Feier hinstellen, treten wir in schroffen Gegensatz zu der Weltanschauung, die man als die jüdische uns 18 Jahrhunderte lang eingeimpft hat. Wenn die Pharisäer und ihre Fortsetzer dem Namen der Makkabäer, dem Namen eines Antiochus diejenige Popularität zu rauben verstanden, die sie den wohl unhistorischen Namen Haman und Mordechai gaben, wenn dieses Fest nicht umkränzt ward von Piutim und Gesängen, wenn man den festlichen Freudentag, den Nikanortag. durch das Fasten-Esther vergessen machen wollte, wenn sie fürchteten, dass der Hasmonäer impulsive That eignen Entschlusses, dass der Gedanke der Selbsthilfe den Glauben, . Gott könne immer alles machen, zerrütten werde, so soll die heutige Makkabäerfeier künden, dass die Sieggewalt der kulturellen Nationalidee, die seit der Renaissance, seit der Nationalisierung des kosmopolitischen Christentums durch Luther, die Welt auf neue Gestelle hebt, auch uns als Juden — wenigstens zu denken giebt, und dann, dass wir in der Selbsthilfe gerade die Gewähr für den Bestand unserer Gemeinschaft in trüber Zeit sehen. Wir schalten den Begriff des religiösen Fatalismus aus, der dem Judentum fremd ist, und der uns anerzogen ward, wohl in der trefflichen Absicht, in der langen Leidensnacht der Diaspora die Hoffnung auf bessere Tage wachzuhalten. Wie wir arbeiten um das tägliche Brot und uns nicht auf das Gebet beschränken und die Hände in den Schooss legen, so wollen wir auch die Sicherung unserer Gegenwart, das Befreiungswerk für unsere Gemeinschaft aus eigener Kraft fördern. Und Gott wird mit uns sein. . . . r>cimats - Sehnsucht Mich fasst ein Sehnen nach der Heimat, Wo wild des Jordans Wasser rauscht Und wo ein wegematter Wand'rer Ergriffen einer Harfe lauscht Dem Schmerz- und Witwensange Zions, Der Königin des Weltenthrons, „ . . Mich fasst ein Sehnen nach dem'Jordan Und nach den Cedern Libanons. Arthur Silberoleit.

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