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Ost und West · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. Seite 751 - 752

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Article
Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten
Date
1901-10-01
Page
Seite 751 - 752 (sequence 10)
Language
German
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751 Professor Dr. D. Joseph: Stiftshütte, Tempel- und Synagogenbauten. 752 vom Rabbi Meier aus Rothenburg geschrieben worden ist und die etwa nach den Schriftzügen zu urteilen, vierhundert Jahre alt sein dürfte. Der romanischen Zeit noch gehören zwei Machsorim (Gebetbücher für die Festtage) an, dieselben sind auf Pergament in hebräischer Ouadratschrift geschrieben und zeigen Miniaturmalereien. Dieselben befinden sich in Aufbewahrung in der Raschikapelle. Auch ein geschriebener Siddur (Gebetbuch für die alltäglichen Gebete), der noch heute benutzt - wird, weist ein hohes Alter auf, das aber über die Grenze des Mittelalters nicht zurückdatiert, und der. Rabbiner hat noch ietzt in Gebrauch ein in Kursivschrift abgefasstes Minhagim-Buch aus dem 17. Jahrhundert. Dieses Buch enthält die Gebräuche im Gottesdienste der Gemeinde Worms, der in vielfacher Beziehung von dem anderer deutschen Gemeinden abweicht. (Schiuss folgt) DIE DARSTELLUNG DER OPFERUNG ISAAKS IN DER BILDENDEN KUNST. Von A. Palmoiii. Die Opferung Isaaks gehört zu den beliebtesten Motiven in der bildenden Kunst. Zwar von irgend einer Darstellung aus dem Altertum ist uns nichts bekannt, wie sich das ja leicht begreift. Aber die neuere Kunst hat das Thema aufgenommen und es seit den ersten Jahrhunderten mit Eifer und Vorliebe dargestellt. Schon in Wandgemälden der Katakomben Roms aus dem zweiten Jahrhundert erblickt man dieses Bild; an Särgen, auf geschnittenen Steinen und an anderen Werken, besonders der Kleinkunst, trifft man es. Aus fast allen Jahrhunderten lassen sich Denkmäler nachweisen, welche diesen Gegenstand darstellen. Es. sei nur an den berühmten Verduner Altar vom Jahre 1181 zu Klosterneuburg erinnert, der so merkwürdig durch die Art seiner Herstellung, in Schmelzgruben nämlich, ist. Die Bedeutung des Stoffes für die Kunst schien am Ausgange^ des Mittelalters ganz besonders hoch geschätzt zu werden, denn als im Jahre 1401 ein Wettbewerb um den Auftrag für die nördliche Thür der Taufkirche zu Florenz ausgeschrieben wurde, wurde eben dieser Gegenstand zur Darstellung in erhabener Arbeit als Preisaufgabe gewählt. Lorenzo Ghiberti erhielt den Preis und den Auftrag; aber auch die Arbeit des Filippo Brunelleschi wurde bewundert. In allen diesen Darstellungen ist der Vorgang einfach und sachgemäss nach den biblischen Worten aufgefasst. Isaak befindet sich auf dem Altare, Abraham steht dabei mit gezücktem Opfermesser, in der Luft erscheint die Hand Gottes oder der Engel, und im Gebüsch zeigt sich der Widder. In den Einzelheiten finden natürlich Abweichungen statt. Das bis ins hohe Altertum hinaufreichende „Handbuch der Malerei vom Berge Athos", welches unter anderem Vorschriften für die Darstellung aller Gegenstände der kirchlichen Kunst giebt, fügt noch hinzu, dass auch der Berg und an dessen Fusse die beiden Knaben Abrahams samt dem Esel abzubilden seien. Auf diese Weise, enger oder weiter ausgedehnt, ist der Gegenstand das ganze Mittelalter hindurch dargestellt worden, und auch die Meister des 16. und 17. Jahrhunderts schlössen sich dieser Auflassung an. So Rafaei in dem schönen Deckengemälde der Stanza dell' Eliodoro im Vatikane, so Tizian in einem der Zwickelbilder der Kuppel von S. Maria deiJa Salute zu Venedig, so Andrea del Sarto in dem grossen Oelgemälde zu Dresden, und Rembrandt in seinem berühmten Gemälde zu St. Petersburg. Auch G. Reutern ist mit seinem grossartigen Kunstwerk (ebenfalls zu St. Petersburg), dessen Abbildung wir hier bringen, hervorzuheben. In allen diesen, sowie in verschiedenen Darstellungen anderer Meister jener Zeit ist der Gegenstand zu dramatischer, in sich geschlossener Handlung entwickelt und dadurch zu höherer, künstlerischer Vollendung geführt worden. Unter den Werken neuerer Künstler mag das Blatt der Schnorr'schen Bilderbibel als ein Beispiel genannt werden. In der That lässt sich die „Opferung" auch nicht wohl anders auffassen. Aber schon in Malereien der Katakomben findet man den Augenblick dargestellt, wo Vater und Sohn, . unmittelbar nach der Rettung Isaaks und nach der Opferung des Widders, sich im Dankgebete, dass sie einander wieder geschenkt worden sind, vereinigen. Auch in den folgenden und späteren

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