Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 91 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücher s chau uimiimiiiiiiiiiiiimiiiuuiiiimiiiimiiimiiiKuniiiu^ Und die interalliierten Schutzkommissionen? Was haben sie getan, um diesen Raub- und Mordzug zu verhindern? Warum haben sie die Rasenden nicht bewacht und die Zitternden nicht beschützt? Und sind sie rein von jeder Mitschuld? Ein Narr wartet auf Antwort. Es ist aber kein Geheimnis mehr. Juden wie Polen haben ihren politischen Segen aus dem . Schöße der Diplomatie empfangen und beide müssen, je nach Schicksal und Gewissen der Volksindividualität, die Konsequenzen ihrer Einordnung in das neue Weltbild über sich ergehen lassen. Die Polen würden nie ihre Fühler und Fangarme nach wehrloser Beute gezuckt haben, hätten sie nicht die ..moralische''' Stütze eines „kordialen" Kontrahenten hinter sich gewußt, der wiederum für seine ,.höhern'4 Zwecke auch ihrer Kraft als Gegenmauer bedarf. Und auch die Araber hätten sich wohl nicht erkühnt, jüdisches Leben zu töten, ohne das Bewußtsein, daß die politische „Moral" einer anerkannten Firma ihre Verbrechen gutheißt. Beide Volksattentate wurden verübt im Zeichen und Kraft der „neuen'' Weltordnung, der Weltordnung der Lüge, der Diplomatie, der falschen „Freundschaften" und Feindschaften. Jaffa und Oberschlesien sind Eiterungen des großen Geschwürs: Versailler Friede. Die Lehre: Alles, was aus diesem „Frieden" herausfließl, ist infektiös und dem Siechtum geweiht. Die Diplomatie hat nicht die quellende Macht, eine gesunde, lebensfähige und lebenspendende Welt zu erschaffen, weil sie nicht aus Innenkräften und Gesetzen heraus, nicht aus Menschlichkeit baut, sondern sie lebt vom Instinkt, vom Zufall. Sie buhit im Dunkeln, hinter verschlossenen Türen, mit jedem Zahlungsfähigen. Es ist ihr ,,Segen£', daß die Welt jetzt in Verwesung und Fäulnis daliegt und Glied für Glied und Stück für Stück von ihrem Körper abfällt. Kaum haben auch wir die Flände der Diplomatie berührt, und unser Herz zuckt schon vor ihrem Hauche. Wir fühlen es und haben doch nicht den Mut, den Mund zur Wahrheit aufzutun. Freilich sind unsre Leiden jetzt groß und wild, wilder und 91