Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 72 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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Julius L ö w y genblicks erscheint mir daher im Aspekte dauernd gesicherterer und ruhigerer Beziehungen: Abwendung von jeder in europäischem Sinne „staatlichen" Tendenz in unserer Politik, die Begründüng individuellen und genossenschaftlichen Besitzrechtes in Palästina durch eigene Arbeit und eigenes Kulturleben, Unmittelbarkeit politischer und wirtschaftlicher Verbindungen mit den Arabern, vor allem des flachen Landes. Und endlich —als Zukunftswerk, zu dem jetzt wohl noch nicht die Möglichkeit ganz gegeben ist — eine Art geistiger Aufklärung, auf einem Verständnis der fremden Eigenart und menschlich-echten Lebensbeziehungen sich gründend. So mag es denn mehr als ein Spiel des Zufalls sein, wenn die letzte Publikation Brenners, des in Jaffa ermordeten Schriftstellers und Arbeiters, in die Stimmung eines brüderlichen Verhältnisses zu den Arabern ausklingt. Wien Ernst Müller EUROPA ODER ASIEN? Das Ziel aller jüdischen Politik ist die Freiheit und Unabhängigkeit des jüdischen Volkes, die Erlangung politischer Entfaltungsfreiheit und eigenen Rechtes; unser Volk hat dieses Ziel seit dem Augenblick seiner Freiheitseinbusse nie aufgegeben. Aber seine Entwicklung ward sich ihrer selbst erst bewußt, als Herzl den politischen Gedanken aussprach und ihm in dem politischen Zionismus das verwirklichende Organ gab. Von diesem Zeitpunkt an wird das Leben des jüdischen Volkes be- 72