Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 39 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2583479-2583480-2583483--228-2583723- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Politik ohne Reserven tniiiimitiiiuituiuitiiiiiiiiiuiiiiutittiimtuiiniuiiu das Entsetzen im Lande wäre nicht so namenlos gewesen. Ich meine natürlich nicht den Schrecken, den die Ermordung von mehr als dreißig Juden auslösen mußte. Was diesen natürlichen Schrecken zum unnatürlichen Entsetzen steigerte, war das Plötzliche, das Unerwartete an den Unruhen. Es war, als ob das palästinensische Judentum plötzlich die Etxistenz der Araberfrage entdeckt hätte. Darin dokumentiert sich das Unfundierte, das Unsolide, das Konjunkturhafte unserer Politik. Jahre hindurch agieren wir in der politischen Sphäre mit einem ungeheuren Aufwand an Energie und Geschäftigkeit; unsere Vertreter hasten von einer Metropole Westeuropas zur anderen; unsere Sekretäre füllen die internationalen D-Züge; wir haben Büros, Agenturen, Sekretariate; wir sind überall und immerfort in Aktion. Aber das handgreiflichste, das wichtigste, das elementarste aller politisch-sozialen Probleme: die Araberfrage, sie übersahen wir. Für alle Imponderabilien in der Diplomatie zeigen wir Sinn und Verständnis; für die massivste, brutalste, wichtigste aller Tatbestände der Palästinafrage sind wir verständnislos. Gib Lord Curzons Stimmung uns günstig ist, oder nicht, darauf achten wir. Ob wir die Sympathie dieses oder jenes Lords haben, das macht uns Sorge und Mühe. Oh aber das Element, dessen Stellungnahme zu uns wichtiger, westlicher, folgereicher ist als die aller Lords und Baronets zusammengenommen, ob die Araber uns hassen oder lieben, uns fürchten oder vertrauen, das kümmert — ja wen? Einige junge „Schwärmer", die von Panasien träumen und einige „Nörgler", die schon seit Jahren auf diesen fundamentalsten Fehler unserer Politik hinweisen. Diese wenigen sind die einzigen vielleicht, die nicht überrascht waren durch die Jaffaer Vorkommnisse. Auch sie 39