Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2583479-2583480-2583483--214-2583709- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Realpolitik nmmiBiiiMiiiitMicmmitiiiiiiiimmimeiiiiiitiiiiiHmiiiiiiiM Wahrheit sagen, wir müssen schweigen, die Zähne zusammenbeißen, weiterarbeiten. Wahrheit sagen ist billig." Diese offizielle Politik hat dazu geführt, daß man der Leitung nicht glaubt. Eine Leitung aber, der man nicht glaubt, ist keine Leitung mehr. Denn die Wahrheit sickert durch, sie ist gedruckt, man muß nur die palästinischen Zeitungen selbst aufmerksam lesen. Ich will es hier vor dem Kongreß deutlich sagen: ich glaube nicht, daß wir im Konkreten eine andere Politik hätten machen können als die Weizmanns oder Sokolows. Aber wir hätten wirtschaftlich anderes, mehr leisten können. Der einzige, aber schwerwiegende Vorwurf, der die politische Arbeit trifft, ist der, den wir oben erhoben haben: der der „offiziellen" Lüge, der des Mißtrauens dem Volke gegenüber. Denn diese Leute (vielleicht nicht sie selbst, sondern die in ihrer Umgebung, die für die Stimmungsmache verantwortlich sind) mißtrauen dem Volke, seinen tiefen Kräften. Ich aber glaube, daß nur die Wahrheit diese Kräfte wecken kann, daß nur sie zeigt, daß die Lage kritisch ist und daß man sein Aeußerstes hergeben muß. Die Wahrheit zu sagen ist vielleicht billig, aber es ist nötig. Es ist nicht Defaitismus, sondern das Einzige, was den Bankerott unmöglich machen wird, dem die offizielle Politik der Opernarien zusteuert. Stimmungsmacherei hatten wir in den letzten vier Jahren genug, was ist ihr Ergebnis? Dürfen gewissenhafte Menschen ihre Bilanz verschleiern? Dies ist selbst bei Handelsgesellschaften unzulässig und der Moralbegriff der Handelsgesellschaften ist doch noch nicht der allerhöchste. Gehen wir also an unser „billiges" Geschäft. #