Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Realpolitik Teiles des Selbstschutzes, ein ausgebautes Telephon- und Telegraphennetz, wie es bei der Kleinheit des Landes leicht durchführbar ist, eine eingehende Kenntnis der umliegenden arabischen Siedelungen und ihrer Gewohnheiten und Meinungen, womöglich ein auf die Verteidigung hin angelegter Bauplan der Kolonien sind notwendige Ergänzungen des Selbstschutzsystems. In den Städten dagegen wäre dort, wo Juden wohnen, eine starke jüdische Polizei zu verlangen, Ein Polizist ist etwas ganz anderes als ein Soldat. Er ist außerhalb seiner Dienstzeit frei, Bürger, Familienvater, er ist auch in seinem Dienst mehr dem Leben des Alltags, seiner Rechtsordnung, dem Publikum zugewandt.*) Die Besoldüngsfragen der Polizei wären ebenfalls leichter zu lösen als die Erhaltungskosten einer Garnison, hier könnte auch die Verwaltung jüdischer Stadtviertel eingreifen. Es gibt vielleicht Fälle, wo all dies nicht ausreicht. Aber auch keine Garnison kann so stark sein, um gegen einen allgemeinen, vom Ostjordanland her und vielleicht auch von Syrien aus unterstützten arabischen Krieg sich lange halten zu können. Diesen Krieg zu verhindern, müssen andere Mittel angewandt werden. 3- Das erste Mittel ist reale Arbeit. Der Araber stand unserer Absicht kritisch gegenüber. Wir hatten verspro- *) Ein aus Palästina im Mai d. J. zurückgekehrter Zionist teilt in der Prager „Zidovske Sprävy" mit, daß den Juden in Jaffa eine Anzahl Polizistenstellen angeboten wurden, daß diese aber abgelehnt haben, weil sie nicht die gleiche Uniform wie die arabischen Polizisten tragen wollten. Falls dies wahr ist — und leider spricht vieles dafür — so zeugt dies von einem erschreckenden Geisteszustand in Palästina. 23