Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 79 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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Bü cher scha u «uiiiiiuiMiimimiHiiiiiiimiiuiiiiiiiu^ klar. Hebräisch im Gallith ist heute mehr denn je ein laschen hakodesch, eine heilige Sprache geworden. Bedürfnisse, nicht allein materielle, sondern auch geistige, ja sogar jüdischgeistige, sogar zionistische, befriedigt der Jude — der Ostjude mitinbegriffen — in anderen Sprachen. Die lauschende, andachtsvolle Gemeinde von Lesern, die früher jede hebräische Zeitungsnummer sehnsuchtsvoll zu erwarten pflegte, existiert nicht mehr. Das hebräische Tempo im Galuth ist langsamer geworden. Noch besteht ein Interesse für ein hebräisches Buch, in manchen Kreisen verdünnt zum Interesse für einen hebräischen Bücherschrank. Wo aber in unserer Zeit eine Buchkultur nicht von einer Zeitungskultur begleitet wird, da ist Niedergang, nicht Aufstieg. Was die Gruppierung der hebräischen Presse betrifft, so ist sie in ihren Wochenschriften parteimäßig gegliedert. Die beiden Jerusalemer Tageszeitungen sind für die beiden Haupttypen der städtischen Masse gedacht: die eine für den Philister, die andere für den Nachdenkenden. Von den Monatsschriften war der New-Yorker M i k 1 a t, der leider aus Mangel an Interesse seitens des hebräischen Publikums sein Erscheinen einstellen mußte, die reichhaltigste. Die besten Namen der außerhalb Rußlands lebenden und folglich erreichbaren hebräischen Schriftsteller waren dort vertreten, sowohl die der älteren Generation, wie Frischmann, Berdyczewski, B e n - Z i o n, als auch die jüngeren, wie Schneur, Schofman, Agnon, Klatzkin, Bar-Tobia, Friedman — Dichter und Denker, die hier eine literarische Zuflucht gefunden haben. Eine genau umrissene Richtung hatte der „Miklat" nicht. Die Redaktion sorgte nur für gediegene Form und war, wie es bei einem hebräischen Organ selbstverständlich ist, zionistisch im weiteren Sinne orientiert. So enthielt der „Miklat" neben Gedichten und Erzählungen, Essays und Kritiken auch Abhandlungen über die Aufgaben der aktuellen Gegenwart, die — wie in den Aufsätzen von A. Z io n i und von Klatzkin — mit zum Besten gehören, was in unserer Zeitliteratur überhaupt gesagt wird. Braucht man hinzuzufügen, daß es sich dabei fast immer um das Problem der jüdischen Zukunft handelt, das unsere besten Köpfe nicht ruhen läßt? Und daß es hier, im intimen hebräischen Winkel, noch ganz anders angepackt wird, als wenn es 79