Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 77 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücher schau MiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiimHiiiiiuuiiiiiiim Trauten statt Liebsten, gülden statt golden, lassen Kettlein aus Ringlein zusammengebogen sein, reimen gar auf war und bedienen sich jener poetischen Freiheiten in der Syntax, die längst alltäglichste Gezwungenheiten wurden: kurz, sie vermitteln statt eines großen hebräischen Dichters einen Epigonen von 1860, der den Zugang zu jenem vermutlichen Original völlig verstellt. 3. Man errät, daß ich längst von Emil Bernhards Je - huda Halewi spreche. Wie traurig ist es, soviel Hingabe von zwölf Jahren, soviel ehrliche Arbeit, Verehrung eines Dichters, Begeisterung des Juden für den jüdischen Poeten, soviel Formfreude und nachbildendes Spiel ganz vergebens getan zu sehn — vergebens für den, der nicht anders als mit den aus Verehrung des Dichterischen entnommenen Maßstäben messen und nur die völlig inadäquate Leistung eines epigonalen Dilettanten feststellen kann. Traurig ganz besonders, weil, wäre Bernhard ein Epigone Georges und der Lasker-Schüler, diese selben guten Eigenschaften vermutlich ein sehr viel dichterischer anmutendes Erzeugnis ermöglicht hätten. Aber man ist ja schließlich nicht zufällig Epigone einer bestimmten Sprachepoche; in der Auswahl dessen, was nachgeahmt wird, spricht sich das Wesen des Nachahmenden aus. Jedenfalls wäre schon bei reimlosen Versen in einem Rhythmus, der dem Charakter des Originals nachgebildet oder angenähert worden wäre, also bei Zeilen dichterischer Prosa das Ergebnis weit besser gewesen; die wenigen Prosastellen im Nachwort sind unvergleichlich poetischer als all der Klingklang und die Reimerei des umfangreichen Buches, dem man doch immer wieder anmerkt, wie vom Original ergriffen der Übersetzer zum Nachdichter werden wollte und sich von seiner Erregung nur nicht weit genug hinreißen ließ, um die Konvention des Sprachkreises zu sprengen, in den gebannt, er verbleiben mußte (das Gedicht Zion S. 105—109; Todesahnen 127). 4- Jedenfalls hat der Verlag das Buch sehr würdig ausgestattet; - ein kulturhistorisch ausgezeichnet unterrichtetes Nachwort gibt einen Eindruck von der wundervollen Welt des arabischjüdischen Zusammenlebens. Was über orientalische Poesie darin