Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Hans K o h n mniiimHuiHminimsmiiiiiiimiimnmiimuiiiiuHiunimiiim konferenz von Karlsbad, die äußerlich einen viel günstigeren Eindruck hinterlassen hat als die zionistische Konferenz, hat mit einer Anzahl von Resolutionen geendet, von denen keine verwirklicht worden ist. Der so oft unternommene Versuch der Einberufung eines jüdischen Weltkongresses scheitert stets schon im embryonalen Stadium; selbst die Keimzellen einer jüdischen Weltorganisation, wie sie 1917 und 1918 in den einzelnen Landeskongressen bestanden hatten, vegetieren kaum noch. Der Plan eines Waad Haarazoth, den das Komitee der jüdischen Delegationen als seinen krönenden Abschluß geträumt hatte, ist zur Undurchführbarkeit verurteilt. Der „Untergang des Abendlandes", den heute so viele Stimmen singen, scheint auch einen Untergang des jüdischen Volkes bedeuten zu wollen. In der allgemeinen Ratlosigkeit stehen auch wir ratlos, in der allgemeinen Schwäche sind auch wir schwach. Der Ton unserer Aufrufe klingt wie der Ton der Aufrufe der anderen: aber älter, kritischer und empfindsamer als sie versuchen wir, tiefer zu dringen, uns nicht an der Oberfläche zu bescheiden, und unsere Not erscheint uns darum größer. * * * Daraus resultiert eine allgemeine Unzufriedenheit. Jeder ist mit allem, mit den Führern, mit sich selbst unzufrieden. An der allgemeinen Lage verzweifelnd, sucht er Sündenböcke und findet sie — je nach seiner Veranlagung — in den anderen oder in sich. Daher die Vorwürfe, die Unzufriedenheit, weiterhin die Gleichgültigkeit und der Abfall. Aus diesem Gefühle der Schwäche folgt auch der sogenannte „Amerikanismus", der „praktische Zionismus". 14