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Freie zionistische Blätter · 1921-04-01 · 2 (4.1921) · p. Seite 12

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Journal
Freie zionistische Blätter
Volume
1 (1921)
Issue
2 (4.1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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Hans Kohn aiiimiuiniiHimiittuiiiHiiiiititimimiiutimiiiiiMiiu Drei Jahre nur später: die Zustände von 1914 erscheinen uns wie das verlorene Paradies, Der Friede ist geschwunden und es scheint keine Möglichkeit zu geben, ihn wiederzubringen. Ueberail wird offen gerüstet, an allen Enden der Welt Krieg geführt; ohne Kriegszustand beflecken unerhörte Barbareien das friedliche Leben vieler Länder. Der wirtschaftliche Notstand ist erschreckend, die Teuerung unerhört, die Schulden- und Steuerlast an ihrer Höchstgrenze, der Kampf zwischen Arbeit und Kapital wird mit außerordentlicher Erbitterung geführt. Nirgendwo bietet sich ein Ausweg, alles ist verworren, das Schicksal der nächsten Tage ist ungewiß. Nicht minder verzweifelt erscheint die Lage im jüdischen Volke. Der größte Teil des Volkes ist in noch nie dagewesener Notlage, eine ungeheure Welle von Flüchtlingen scheint sich aus Osteuropa ergießen zu wollen, Millionen schweben in der Gefahr, in sadistischen Pogromen ausgerottet zu werden — und daß das keine Uebertreibung ist, haben die Jahre 1918 und 1919 in der Ukraine bewiesen. Die Arbeit in Palästina hat seit mehreren Jahren trotz anscheinend günstiger Möglichkeiten keine Fortschritte gemacht, die wirtschaftliche Lage dort ist ungünstig. Die jüdischen rechtlichen Existenzformen in der Diaspora, die das Komitee der jüdischen Delegationen errungen hatte, treten nicht ins Leben; eine Welle von Antisemitismus, wie sie schon seit vielen Jahrzehnten unbekannt war, geht über die ganze Welt und verseucht die gesellschaftliche Stimmung in Westeuropa und Amerika ebenso wie in den Ländern offener Judenverfolgungen. So sehen wir, daß das Geschick des jüdischen Volkes nicht für sich allein dasteht, sondern daß es nur Teilerscheinung eines allgemeinen Vorganges, Funktion eines 12

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