Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 2 (4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Aufg aben der Stunde ■inniiiiiiiiniiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiittiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiitiii te, die voll labendster Süßigkeit schienen: die russische Revolution und Wilsons vierzehn Punkte als Grundlage des künftigen Aufbaus Europas. Eine neue Zeit schien angebrochen. Alle die quälenden Probleme, die Europa bedrängt hatten, schienen gelöst. Ein gerechter Frieden sollte allen Völkerhaß löschen, alles Ressentiment begraben, der Bund freier Völker sollte entstehen. Jede Nation sollte nach ihrem eigenen Willen über ihr Schicksal entscheiden und in ihrem Innern sollte Gleichheit und Brüderlichkeit herrschen. Die erdrückenden Militär- und Steuerlasten sollten verschwinden, der Gegensatz von Kapital und Arbeit durch Verständigung und durch staatlichen Schutz der Schwächeren gemildert werden, und diese staatliche Blütezeit mußte auch einen Aufschwung der nun von hemmenden Reibungen frei gewordenen menschlichen Kräfte zur Folge haben. Auch dem jüdischen Volke winkte ein bezaubernder Frühling. Die Revolution hatte die Emanzipation der russischen Judenheit gebracht und der Sturz des Gesetzesghettos schien keine Auflösung, sondern Höherentwicklung bringen zu wollen; im Westen begann der so> lange schlummernde nationale Wille zu erwachen; die Zeit der Verfolgungen schien zu Ende zu sein, neues Leben in den alten Zweigen zu pulsieren. Die Balfoursche Deklaration schien Herzls Träume in einer Weise zu erfüllen, die dem Verfasser des „Judenstaates" wohl selbst als ein Märchen gegolten hätte. Wie ein Ausblick in paradiesische Gefilde nach quälendem Traume war es der Menschheit. Drei Jahre nur sind seither verflossen und doch, wie schwer fällt es uns schon, uns unsere damaligen Hoffnungen klar zu vergegenwärtigen. II