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Freie zionistische Blätter · 1921-01-01 · 1 (1.1921) · p. Seite 95

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Journal
Freie zionistische Blätter
Volume
1 (1921)
Issue
1 (1.1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 95 (sequence 97)
Language
German
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G 1 o s s e n des Verstorbenen ungeziemend ansehen muß. — Wie aber quittiert das große Intelligenz- und Weltblatt diesen Fußtritt? Man lese: ' „Wir können uns nur dem Gedanken des Präsidenten Seitz anschließen, daß politische Gegnerschaft die gegenseitige Achtung nicht herabzumindern braucht und daß das Wertgefühl für eine bedeutende Persönlichkeit unabhängig sein soll von den politischen Ansichten. Die „Neue freie Presse" ist tief gerührt von dieser Kundgebung, die dem Grundsatz entspricht, den Moriz Benedikt immer auf seine Fahne geschrieben hat, daß der politische Kampf mit Noblesse vereint werden kann." Wahrlich: wie muß das Würdegefühl in diesen israelitojournalistischen Kreisen entwickelt sein, wenn man es wagen darf, allenfalls nicht ausgesprochenen Trotteln von Lesern jene Kundgebung als Ausguck von „Wertgefühl", von „Achtung", von „Noblesse" zu deklarieren! „Und spuckst du ihnen ins Gesicht, so werfen sie einen Blick nach oben, woher ja der Segen kommt, und lispeln: Regentropfen fielen!" Zloczow Awraham Schwadron KURIOSA (Aus einer Verlagsanzcige.) „Ich bin am 3. Oktober 1879 in Wilna geboren. Darauf bin ich ganz besonders stolz, seitdem ich weiß, daß diese Stadt von Litauern, Weißrussen, Tataren, Norwegern, Deutschen, Italienern, Polen und Juden gebaut worden ist. Der Atem aller dieser Völker umwehte meine erste, ungemein verträumte, selige Jugend. Und daher wahrscheinlich ergeht es mir, wie es ähnlich meinem Landsmann Rubinstein ergangen ist: die Russen halten mich für einen Deutschen, die Deutschen für einen Russen, die Christen für einen Juden, die Juden für einen Heiden, die Chinesen für einen Europäer, die Europäer für einen Chinesen, die Musiker für einen Dichter, die Dichter für einen Musiker, die Ly-

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