Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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G 1 o s s e n iiiiiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiHiiiiiiiiuiiiiiiHiiiitiuiiiiiiiiuiinutiutt gruppierung gewählt wurde. Die Wahl fand besonders in Berlin auf Grund des Verhältniswahlrechts statt, was der Entwicklung des Zionismus als Volksbewegung, wo alle Schattierungen des Judentums Platz haben, entspricht. Ein zweiter Umstand, der hier ganz neu zutage trat, hatte die Erwartungen noch besonders bestärkt. Das erste Mal war hier die Jugend als solche in den Wahlkampf eingetreten; man hätte erwarten müssen, daß die Jugend, die in der Zeit revolutionärer Wirren den Weg zum Zionismus gefunden hatte, einen entscheidenden Einfluß auf den Gang der Verhandlungen ausüben würde. Um so stärker sind diejenigen, die hohe Erwartungen nach dieser Richtung hin hatten, enttäuscht. Man muß es offen aussprechen: die Jugend hat vollkommen versagt. Schon einmal, als die Jugend als kompakte Masse in der zionistischen Oeffentlichkeit auftrat, auf dem Jugendtag, sind viele Freunde und Mitkämpfer dieser Jugend aufs gröbste enttäuscht worden. Schon damals zeigte sich, daß die Jugend, ungeklärt und unsicher, mit einer ihr nicht zustehenden Sicherheit und Ueberhebung auftrat, die dem ganzen Wesen einer Jugend fremd sein müßte. Wenn Nachum Goldmann in seiner1 Kritik des Jugendtages im „Juden" der Jugend schwere Vorwürfe machte, daß sie das Warten nicht gelernt habe und ihr im Schlußsatz zurief: „Lernt warten", so muß man ihr das heute noch lauter zurufen. Die Aufgabe dieses Delegiertentages hätte jetzt, da wir vor def Verwirklichung stehen, nur darin bestehen können, auf die prinzipiellen Entscheidungen in Palästina von großen Gesichtspunkten her Einfluß zu gewinnen. Denn man sei sich doch darüber klar, daß die Einzelheiten des Aufbaues nicht auf großen Tagungen festgegelegt werden können; diese Arbeit kann nur in Kommissionen von Sachverständigen getan werden. Die Aufgabe unserer Delegiertentage und, Kongresse kann nur die sein, Richtlinien festzulegen, Richtlinien prinzipieller Art, nach denen dann die Kommissionen ihre Kleinarbeit zu beginnen hätten. Daß sich der deutsche Delegiertentag dessen bewußt war, kann man daraus ersehen, daß sämtliche Resolutionen und Beschlüsse, insbesondere diejenigen, die zum Aufbau Palästinas Stellung nehmen, nur allgemeiner Art waren. Um so mehr hätte man erwarten müs- 88