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Freie zionistische Blätter · 1921-01-01 · 1 (1.1921) · p. Seite 86

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Journal
Freie zionistische Blätter
Volume
1 (1921)
Issue
1 (1.1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 86 (sequence 88)
Language
German
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G 1 o fremd sein. Wir lehnen sie aus prinzipiellen Gründen ab. Wir fürchten sie auch, nicht nur, weil sie die Züchtung aller bösen menschlichen Triebe und Trägheit fördert, sondern weil sie die Wiege nationalen Chauvinismus zu werden droht. Durch Jahrhunderte ist das Rassen- oder Volksgefühl im Juden auf Kosten seines Menschentums überwuchert. Im Zionismus, der uns über die Assimilation gekommen ist, sehen wir einen Durchbruch zum Menschlichen unter Bewahrung unserer geschichtlichen Zusammenhänge, eine Freiwerdung unseres Geistes. Aber die Gefahr droht, daß wir in Palästina das Menschliche verlieren und durch das Machtgefühl das Nationale steigern. Alle Anzeichen deuten auf eine solche Entwicklung. Sie wäre für uns eine Katastrophe. Die Legionen aber wären die Brutstätten dieses Chauvinismus, die Leibwache um alle Demagogen, die den nationalen Egoismus, den Sacro Egoismo im Volke wachrufen. Im Zionismus handelt es sich nicht um eine Kolonisierungsunternehmung mit den Waffen der modernen Technik und im Geiste der entarteten heutigen Welt der Gewalt. Wir wollen nicht, daß die Worte, die unsere ss e ii iiiiiiiiuiiuiniiiiiiiiiiiHUiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiuiuiiuua Führer und wir so oft sprachen, daß es hier um einen vorbildlichen Versuch des Friedens und der Gerechtigkeit gehe, ebenso Lüge seien wie die offiziellen Heucheleien anderer Völker. Wir glauben nicht daran, daß sich auf Waffendrohung ein innerlich gedeihendes Zusammenleben aufbauen könne. Und vor einem warnen wir vor allem: man mache keinen nationalen Heroismus. Man schämt sich, bei uns heute Aehnliches zu lesen, wie man es während des Kriegs in der großen Presse las. Dinge, die traurig, vielleicht notwendig sind, werden heiliggesprochen. Es mag vielen als Sakrileg erscheinen, wie es während des Krieges vielen erschienen ist, wenn irgendwo die Stimme der Vernunft sich hören ließ, aber es muß gesagt werden: Es ist traurig, es ist jammerschade, wenn ein junger Mensch, der angegriffenes Leben verteidigt — was seine Pflicht ist — fällt, aber spinnt nicht darum die Phraseologie der Heldengeschichte derer, die in Verteidigung „unserer heiligen Erde" gefallen sind! (o Sozialisten! o euer heiliges Eigentum!) Das jüdische Volk hat einst die Pogrome in unwürdiger Feigheit hingenommen, es freut uns, daß es 86

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