Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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G l o s s e n ■miiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiitiii Zweckmäßigkeit sprechen; die Legionen sind bei uns bereits ein historisches Faktum, und nur die spätere Geschichtsforschung wird über ihre Zweckmäßigkeit . entscheiden können, ohne in den Fehler der Kurzsichtigkeit zu verfallen. Ich will es so sagen: wären die Legionen noch so zweckmäßig gewesen, hätten sie uns noch großen Erfolg gebracht, so waren sie dennoch unrecht und haben in unserer Bewegung keinen Raum. Jede Legion ist Militär, und Militär bedeutet immer Gewalt, Unterdrückung, Herrschaft. Jede Legion gebiert Militarismus. Es kann nicht anders sein und es ist nie anders gewesen. Sie bringt mit sich die völlige Verrohung und Abstumpfung, in der wir jetzt Europas Jugend aus dem Kriege hervorgehen sehen. Sie führt notwendig dazu, ein Instrument in der Hand der herrschenden Schicht zu werden und damit eine Waffe gegen jeden Fortschritt, gegen jede Neuerung. Sie führt zur Bildung einer Kaste, deren Lebensberuf nicht der Krieg, sondern die stete Kriegsdrohung ist, die Brutalität für Männlichkeit hält. Wer den Krieg mitgemacht hat, kann darüber nicht im Zweifel sein. Wir wollen die Legion auch nicht, um so einer größeren Anzahl ökonomisch den Aufenthalt in Palästina zu ermöglichen. Uns handelt es sich um die Ansiedlung produktiver, arbeitender Menschen. Uns kann nicht jedes Mittel willkommen sein, mit dem wir Einwanderer nach Palästina bringen. Eine jüdische Legion in Palästina kann nur dazu dienen, gegen die Araber verwendet zu werden und ihre Freiheitsbestrebungen zu unterdrücken. Wir waren lange genug die Opfer des Militarismus und der mit ihm verbundenen Reaktion, so daß ich mancher Gelüste verstehe, selber jetzt das Herrengewand anzuziehen. Ich fürchte, Dostojewski hat recht: es war nicht unsere höhere Moral, es war unsere physische Schwäche, die uns verhindert hat, mit den Völkern so zu verfahren wie sie manchmal mit uns. Es mag manchmal die Notwendigkeit entstehen, sein Leben zu verteidigen; dann möge man die Arbeiter bewaffnen und ihnen die Verteidigung übertragen. Aber jede ständige militärische Institution ist unserem Geiste fremd und muß ihm 85