Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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^Rücklauf und Sammlung «■tiifiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifitiifiiiiiiMiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiit* führt. Niemals vielleicht ist das Gesamtschicksal der Juden so stark und so schwer empfunden worden wie jetzt. In der ganzen Welt ist es das gleiche. Niemals war für die Unreinen der Unrat der Welt so verlockend, sich hineinzuwühlen und sich an ihm zu mästen; und für den ^Reinen war niemals die Luft der ganzen Erde, der abendländischen wie vielleicht auch der morgenländischen, so erstickend. Auch das Judentum hat die Bilanz zweier Jahrtausende herzustellen. Es ist in diesen Jahrtausenden nur passiv, nur unglücklich, nur unbeschreiblich zäh gewesen. Kleines fremdes Volk, es hat sich an seiner Idee erhalten, es hat seine Idee tausendfach eingezäunt und unzugänglich gemacht, und es hat die Idee gerettet. Aber es hat diese seine Idee noch nicht in ein prophetisches Zeugnis für alle Menschen gewandelt. Welch ein ungeheures Schicksal wird es sein, wenn es dieses tut. Ich fragte vor kurzem die Männer eines jüdischen Arbeiterbundes in Frankfurt: Warum seid ihr keine Zionisten? Ihr seid polnische und litauische Flüchtlinge, ihr kommt aus dem Osten in den Westen, ihr seid entwurzelt. Kommt ihr eigentlich, um im Westen Wurzel zu fassen, oder ist der Westen für euch nur ein Umweg? Ich muß mich über euch wundern. Ihr müßt sehr stark sein, um in unserer westlichen Europawelt, so sehr sie euch anzieht, auszuhalten. Erwartet hier nichts Gutes. Euer Untergang als Juden steht euch bevor und aller genius loci wird euch nicht zu Deutschen machen. — Wir sind Sozialisten, war die Antwort. Wir glauben nicht mehr an die zionistische Idee; wir haben sehr schlechte Nachrichten aus Palästina. Wir wollen dafür arbeiten, daß der Sozialismus kommt; er wird die Menschen verändern; dann ist unsere Heimat überall. Wir 71