Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Nac hum Go ld mann sehen diplomatischen Methoden faktisch getan, haben Brandeis und seine Gefolgsleute nur offen und ehrlich ausgesprochen, als gute Zionisten und im besten Glauben dem Zionismus zu dienen; dem Zionismus, wie er in den letzten Jahren geworden ist, unter der Wirkung seiner „großen" Politik. Wenn England der Messias ist, warum soll nicht ein wirtschaftspolitisch befähigter Assimilant würdig sein, Mitglied der zionistischen Exekutive zu werden? Wenn San Remo die Geulah brachte, wozu dann wirklich noch Propaganda und nationale Erziehungsarbeit im Galuth? Haben wir Palästina, wozu bedarf es dann in der Tat des Zionismus in seiner bisherigen Form und Struktur? Der Reformplan der amerikanischen Delegierten auf der Jahreskonferenz liegt auf der gleichen Linie, in der sich die Politik der zionistischen Leitung die letzten Jahre hindurch bewegte. Wer dieser zugejubelt hat, darf nicht über die amerikanischen Vorschläge entsetzt sein. Die meisten aber merken erst jetzt, wohin wir gelangt sind, und sind entsetzt. Solange die Preisgabe des revolutionären, idealistischen Charakters des Zionismus durch laute Erfolge und große Gesten des Jubels verdeckt war, war man begeistert; nun, da ihre Konsequenzen in ihrer nüchternen Nacktheit und ungeschminkten Tatsächlichkeit präsentiert werden — daß die amerikanischen Führer es getan haben, zeugt von der Aufrichtigkeit ihrer Ueberzeugung und spricht nur für sie — beginnt man zu ahnen, was in Wirklichkeit geschehen ist und begreift, daß es sich hier letzthin um Sein oder Nichtsein des Zionismus in seiner bisherigen Gestalt handelt. Die Schuld daran den amerikanischen Zionisten zuschieben zu wollen, wäre unrecht. Die zionistische Politik der letzten Jahre 48