Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdi sche Politik ■lUHmiiimmmiitiiiiiiiimiiiiiuiiiiiitmiiiiiiiiu ZEITFRAGEN EINE AUFSATZREIHE ERSTER AUFSATZ: JÜDISCHE POLITIK Jüdische Politik — schon die Tatsache ihres Vorhandenseins mutet uns wie eine große Errungenschaft des nationalen Judentums an. Man ist stolz auf sie. Man sagt mit Genugtuung: Nun ist das Judentum ein mitbestimmender Faktor in der Weltpolitik; mächtige Herrscher rechnen mit seinen Sympathien und Antipathien als mit einer Kraftgröße, die politisch gewertet und ausgewertet werden kann. Ist dieser Stolz berechtigt? Ist diese Genugtuung begründet? Wir wollen zunächst nicht untersuchen, ob und inwieweit die allgemeinen Voraussetzungen und Schlußfolgerungen dieser Ankündigung eines neuen Geschichtsabschnitts in der politischen Wirklichkeit einen Halt haben; ob und inwieweit das jüdische Volk politisch mitbestimmend geworden, in die politische Zweckhaftigkeit der Wertung und Achtung einbezogen ist. Uns interessiert vornehmlich nicht die Frage: Wie äußert sich die Politik, die andere mit uns treiben? Sondern: Wie äußert sich die Politik, die wir selbst führen? Die jüdische Politik ist im Weltkriege geboren. Dieser Geburtsmakel soll uns jedoch nicht gegen sie voreinnehmen. Wir müssen vielmehr Nachsicht mit ihr üben: sie ist noch jung und unreif. Sie ist gleichsam: unser gewagt-unsicheres Debüt auf der politischen Bühne. Aber es ist Zeit, dieses Kapitel unserer neuen Wirksamkeit zu überschauen, weil es das erste Kapitel ist. Es ist immer S