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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1926-01-01 · 1915-1926 · page 17

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1915-1926
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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IRI
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III. REDE gehalten bei der Amtseinführung am 14. September 1924 von Herrn Mittclschullehrer CARL OCHSENMANN. Hochverehrter Herr Direktor! Von meinen Mitarbeitern im Lehrerausschuß bin ich mit dem Auftrag betraut worden, in Vertretung unseres Vorsitzenden, des Herrn Prof. Dr. Schüler, der zu unserer Freude bald wieder seine amtliche Tätigkeit aufnehmen wird, Ihnen, Herr Direktor, zu Ihrer offiziellen Einführung als Studiendirektor im Namen des Lehrerkollegiums der Realschule und des Lyzeums unsere herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. Der heutige Tag bedeutet allerdings für uns nicht den Beginn einer neuen Epoche. Auch ohne die amtliche Bestätigung, die infolge der Beförderungssperre erst jetzt eintreffen konnte, auch ohne die amtliche Bestätigung haben wir Sie von Anfang an als unseren rechtmäßigen Schulleiter angesehen und anerkannt. Als Sie nach dem Heimgange des der Schule und uns leider allzufrüh entrissenen, unvergeßlichen Direktors, Herrn Dr. Lange V?, das dornenvolle Amt des Schulleiters in aufopfernder Weise übernahmen, waren Sie uns kein Unbekannter. In langjähriger Arbeitsgemeinschaft hatten wir Sie schätzen und ehren gelernt, als einen für seine Wissenschaft begeisterten Fachmann, dem kein Fortschritt, keine Neuerung in seinem Gebiete entging: wir hatten Sie schätzen und ehren gelernt, als einen hervorragenden Methodiker und Didaktiker, der sich nicht nur in der Schulpraxis bewährte, der die Früchte seines psychologischen und methodischen Denkens und Forschens seiner pädagogischen Mitwelt zum Besten gab. Ihr Werk über ,,die Regeldetri", mit dem Preise gekrönt, hat in Fachkreisen allgemeine, rühmende Würdigung gefunden. Wir haben Sie schätzen und ehren gelernt als einen Schulmann, vorbildlich durch seine Gewissenhaftigkeit, durch seine Pünktlichkeit und Ordnungsliebe — und nicht zuletzt als eirien Mann von festem, ehrlichem Charakter, als einen Menschen von vornehmer, lauterer Gesinnung. Es ist selbstverständlich bei Ihrer geradlinigen Entwicklung, bei der Konsequenz Ihres Wesens, daß Sie die guten Eigenschaften mit dem Antritt eines neuen Amtes nicht beiseite legen. Aber der Wirkungskreis des Direktors ist weiter als der des Lehrers, der Direktor ist das Herz der Schule. Das Herz kann seine Funktion nicht ausüben, wenn die Glied* maßen mit ihrem Dienste versagen, es können die Gliedmaßen nicht arbeiten, wenn ihnen nicht immer wieder neues, frisch pulsierendes Blut aus dem Herzen zuströmt. Jedes Mitglied eines Lehrkörpers muß von dem Bewußtsein erfüllt sein, daß nicht seine persönlichen Wünsche und Interessen im Vordergrunde stehen, daß man sich vielmehr. einordnen und einfügen muß dem großen Ganzen. Und für den Schulleiter gilt es, die Eigenart der Lehrenden gebührend zu berücksichtigen, jene Eigenart, die entspringt aus der persönlichen Individualität und der Vorliebe für das Spezialfach, das man aus Neigung gewählt, dem man seine Lebensarbeit geweiht hat. Ist es doch gerade diese Eigenart, die dem Unterricht die wertvolle, persönliche Prägung gibt. Wohl kreuzen sich die aus der Eigenart hervorgehenden Regungen und Strebungen der einzelnen Glieder eines vielköpfigen Lehrerkollegiums. Sie auf einen gemeinschaftlichen Hauptnenner zu bringen, oder

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