Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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— 30 - und Organisator, als Religionsphilosoph, Bibelforscher und Pädagoge wurde in anschaulicher Weise vorgeführt. Es fehlten auch nicht die Werke seiner Mitarbeiter und Nachfolger Dies alles vereinigte sich zu einer ebenso bunten wie interessanten Schau, die jeden stundenlang fesselte und in vielen den Wunsch nach dauernder Erhaltung dieser Schätze in der Art eines Museums rege werden ließ. Den Auftakt zur eigentlichen Festesfeier bildete „der gemütliche Abendder am 14. April viele ehemalige Klassengenossen, die zum Teil jahrzehntelang einander nicht gesehen hatten, zu frohem Wiedersehen zusammenführte. Die gehobene Verfassung der in solcher Jubelstimmung Vereinten war die richtige seelische Einstellung für die Begründung eines Vereins ehemaliger Schüler und Schülerinnen unserer Sdiule. Der zündenden Aufforderung des Herrn Heinrich Eisemann zur Einzeichnung in die Listen wurde sogleich von Hunderten der Anwesenden Folge gegeben. Mit dieser „Vereinigung ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Samson Raphael Hirsch-Schule", die neben der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Pflege der Geselligkeit unter ihren Mitgliedern auch die Förderung des geistigen und leiblichen Wohles der Jugend sich zum Ziele gesetzt hat, ist uns ein wertvoller Helfer an die Seite getreten, von dessen Mitarbeit die Schule auch bei dem in die Wege zu leitenden Ausbau zur Vollanstalt kräftige Unterstützung sich versprechen darf. Schon im ersten Jahre ihres Bestehens hat die Vereinigung ihren Zweck in mannigfacher Weise zu erfüllen gesucht. Sie stellte durch vierteljährlichen Versand der „Mitteilungen44 eine Verbindung mit den ehemaligen Schülern und Schülerinnen her, überwies eine größere Summe als Schulgeld für unbemittelte Kinder und leistete Beihilfen für die Schulspeisung, Ausflüge und Ferienaufenthalte u. a. Hatte die Vorfeier im wesentlichen ehemalige Zöglinge der Schule zusammengeführt, so erweiterte sich am folgenden Morgen bei der akademischen Feier im Zoologischen Garten der Kreis der Teilnehmer auf mehr als 2000 Personen. Das Programm umfaßte außer 4 musikalischen Darbietungen den Vortrag einer religiösen Dichtung von Mendel Hirsch („Die zwei Laden"), die Fesfrede des Herrn Direktors und eine große Anzahl von Begrüßungsansprachen, die leider nur in aller Kürze hier wiedergegeben werden können. Den Ausführungen des Direktors lag der Gedanke an den tieferen Sinn de. biblischen Jobelfeier zugrunde und seine Anwendung auf das heutige Schulieben. Den Reigen der übrigen Redner eröffnete Herr Isaak M. Mainz als einziger überlebender ehemaliger Schüler, der vor 75 Jahren in die Schule bei ihrer Begründung eingetreten war. (Auch zwei solche Schülerinnen durften wir zu unserer innigen Freude bei dieser Feier in unserer Mitte begrüßen: Frau Mathilde Schwabacher geb. Mainz und Frau Bertha Hirsch geb. Schwab). Alle Hörer waren tief ergriffen, als der rüstige, fast 65 jährige Greis von der Bühne herab in wohldurchdachten Sätzen der Schule Anerkennung für ihre bisherige Arbeit zollte und ihr vollen Erfo'g auch für die Zukunft wünschte. Im Namen des Gemeindevorstandes beglückwünschte Herr Jakob Rosenheim die Jubilarin und gab unter dem einmütigen lauten Beifall der Versammlung den Beschluss der Verwaltung bekannt, daß die Schule zum ehrenden Gedächtnis an ihren Begründer fortab den Namen »Samson Raphael Hirsch- Schule* tragen solle. Herr JuliusHoIlander, der hierauf im Auftrage des Schulrats sprach, wünschte ihr den Ausbau zur Vollanstalt für die allernächste Zukunft. In einer