Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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— 22 — Lehrstuhl entzogen, ihm, der noch gar nicht gealtert war, dessen Geist noch so frisch sprühte, der unserer Jugend noch so gerne leitend und lehrend hätte zur Seite gehen mögen. Denn in dem Umgang mit seinen Schülern fand er die höchste seelische Befriedigung, und gerade die bestbegabten unter ihnen suchten den Verkehr mit ihm auch über die Schulzeit hinaus aufrechtzuhalten, weil ihnen nicht entgangen war, daß in Adolf Weyl ein Mann vor ihnen stand, der vermöge eines weit umfassenden Wissens auf religiösem wie profanem Gebiete ihre Kenntnisse über das vorgeschriebene Maß hinaus zu bereichern wußte. Sein inniges Vertrautsein mit den verschiedenen Zweigen der Philosophie, insbesondere mit den Methoden und Ergebnissen der modernen Psychologie, verschaffte ihm manchen tiefen Einblick in die seelische Verfassung der Kinder und ließ ihn dort Saiten zum Anklingen bringen, die andern gegenüber tonlos blieben. Vor der Fülle des Wissens, das dieser tiefgründige Gelehrte auf so manchen Gebieten menschlicher Erkenntnis gesammelt hatte, in der Mathematik so gut wie in der Physik, in der Literatur nicht weniger als in der Geschichte, mußte unsere Jugend voll Verehrung und Bewunderung das Knie beugen, denn er war ein so vielseitig gebildeter Mann, daß auch von ihm gesagt werden kann niD*? iÖW □'»DDn "H31 3Ty üb „er hat keinen Zweig des Wissens vernachlässigt," Tim mm b*>lT ipiS )ynb fDn 'n 1DMW DITO?rtöb "p toi „dies alles jedoch immer nur mit dem Hinblick auf die Verherrlichung des Wissens und Könnens unserer miD, die ihm über alles teuer und erstrebenswert war". So galt auch von ihm das Wort: mso dkt nn »nar» roy nn ,niay nDDn nn »hddh min nn „Schmuck der min bereitet Profanwissen, Schmuck des Wissens ist Bescheidenheit, Zierde der Bescheidenheit die Gottesfurcht, Zierde der Gottesfurcht das Pflichtbewusstsein." Wie sehr alle diese Tugenden dem teuren Verblichenen eigneten, haben wir, seine Mitarbeiter, am nachdrücklichsten empfunden. Er hat in unserem Kreise trotz seiner von uns allen neidlos anerkannten geistigen Grösse nicht mehr als jeder andere gelten wollen, nie ist er einem seiner Amtsgenossen zu nahe getreten, nie kam ein verletzendes oder kränkendes Wort über seine Lippen, denn er beherzigte stets den ethischen Grundsatz: "J31 K11D3 "pari 11331 "}to>3 "pty 3"On myrobr\ 1133 VP „DieEhre deines Schülers soll dir so lieb sein wie deine eigene und die deines Genossen wie die Ehrfurcht vor deinem Lehrer." Darum haben wir ihn auch nach seinem Scheiden vom Amte stets mit Freuden begrüsst, wenn er zu uns kam, denn wir benutzten gerne seinen klugen Rat, wie auch er sich freute, an unseren Fachberatungen auch ohne amtliche Verpflichtung bisweilen teilnehmen zu können, und so blieb er der Unsrige bis zu seinem letzten Atemzuge. So rufe ich denn Dir, Du wackerer, treuer, zuverlässiger Freund, bei Deinem Hintritt in die Ewigkeit noch ein letztes Wort des innigsten Dankes nach: Dank Dir von Seiten des Verwaltungskörpers unserer Schule, dem Du in unwandelbarer Treue gedient hast, Dank Dir von unserer Jugend, in deren Herzen Du edle Keime reinen Menschentums und gotterfüllter Frömmigkeit gesät hast, Dank Dir von unserem Lehrkörp < dem Du ein leuchtendes Vorbild harmonisch ausgeglichener Wissenschaftlichkeit und Gläubigkeit gewesen bist, Dank endlich Dir auch noch von mir, dem du Dich stets als ein guter, aufrichtiger Freund bewährt hast. Dlton "]b ,,ziehe hin in Frieden," by niini DlbttD "J33WÖ „ruhe sanft in Frieden," IBy "03W ispi ly „bis dereinst aus dem Staube erwachen die Schlummernden" und sich erfüllt die Verheissung: 'n nnsi nsA ni3n yto ipa □•»» to byn nyoi %